Besichtigung mit Führung im Kloster Mehrerau am Montag, 27.10.2025.
Beim Halbtagsausflug nach Bregenz zum Kloster Mehrerau waren 31 Vereinsmitglieder – 23 Frauen und 8 Männer – dabei. Die An- und Rückreise nach Bregenz erfolgte bei leichtem Regen und herbstlichen Temperaturen mit einem Bus von Hagspiel-Reisen.
Bei der Klosterpforte wurden wir vom jungen Pater Maurus in Empfang genommen und freundlich begrüßt. Dann ging es zur ersten Station gleich in die Klosterkirche. Da wir wegen des Regens die Kirche durch einen Gang im Inneren des angrenzenden Gebäudes betreten haben, konnten wir leider die monumentale Portalplastik aus Beton des Bregenzerwälder Bildhauers Herbert Albrecht aus dem Jahre 1962 nicht sehen.
Von Pater Maurus erfuhren wir zahlreiche Informationen zur Abteikirche, aber auch über den Zisterzienserorden und über die bewegte Geschichte des Klosters Wettingen-Mehrerau. Die Wettinger Zisterzienser (aus der Schweiz) errichteten 1856-59 über den Fundamenten der abgebrochenen Kirche eine neuromanische Kirche, die 1961-64 in der heutigen Gestaltung umgebaut wurde.
Die Klosterkirche macht für die Besucher einen sehr nüchternen Eindruck, in grau gehalten ohne Bilder an Wänden und Decke.
Eine Ausnahme ist das um 1500 geschaffene Bild der Gnadenmutter Maria aus dem früheren Mehrerauer-Kloster. Es wurde 1854 den Zisterziensern, den neuen Klosterbewohnern, zurückgegeben. Heute steht es auf einem neugotischen Altaraufbau in der neuen Kirche, genauer gesagt in der Gnadenkapelle unter der Orgelempore zwischen den Seitenportalen.
Die schlichte Ausstattung der Kirche entspreche lt. Pater Maurus den Vorstellungen des Zisterzienserordens, damit man in der Kirche durch nichts abgelenkt werde und sich ganz dem Gebet und Wort Gottes widmen könne. Dem wurde bei der erst kürzlich vorgenommenen Restaurierung Rechnung getragen. Aus den seinerzeitigen Beichtstühlen wurden Versöhnungs-Zimmer gemacht. Auch eine eigene Reliquienkapelle wurde geschaffen.
Wie es für eine Klosterkirche üblich ist, gehört der vordere Teil der Kirche („Chorraum“) den Patres und ist auch optisch durch eine „Sperre“ vom Besucherraum abgetrennt. Die Patres kommen mehrmals täglich zum Gebet in die Kirche.
Sehenswert ist auch die Unterkirche, in die wir anschließend durch eine kleine Wendeltreppe hinabgestiegen sind. In diesem Raum sind Fundamente einer früheren Kirche zu sehen und in der Unterkirche stehen die Betonsärge der verstorbenen Klosteräbte. Gut verschlossene Betonsärge deshalb, weil es sein kann, dass bei hohem Grundwasserstand die Unterkirche bis zu ca. 30 cm geflutet wird.
Bevor wir uns dann in den Tafelsaal begaben, gingen wir durch einen Teil des Kreuzganges. Auch dieser Bereich ist, entgegen vieler anderer Klosterkreuzgänge, durch weißen Anstrich des Mauerwerkes sehr schlicht gehalten.
Der Tafelsaal, der als Repräsentationsraum genutzt wird und auch für Veranstaltungen gemietet werden kann, enthält mehrere wertvolle Uhren und zahlreiche Gemälde. Der Name Tafelsaal bedeutet, dass früher hier gespeist wurde.
Ein Stockwerk höher wurden uns anhand von Fototafeln die „Klausurräume“, also die Räume der Patres, die zum Essen und Beten dienen, gezeigt und erklärt. Diese Räume können bei Führungen nicht betreten werden. Dies gilt auch für die große Bibliothek, die sich auch im Bereich der „Klausur“ befindet. Derzeit hat das Kloster 18 Patres.
Wir konnten dafür die kleinere Barockbibliothek, in der sich vor allem viele alte Bücher befinden besichtigen. Insgesamt enthalten die Bibliotheken mehr als 200.000 Bücher und Schriften.
Nach der sehr interessanten 90minütigen Führung, die von Pater Maurus locker und teilweise mit lustigen Bemerkungen garniert wurde, ließen wir den Nachmittag im Klosterkeller bei Klosterbier und einer guten Jause ausklingen.
Anschließend brachte uns der Bus wieder zurück nach Schwarzenberg.
28.10.2025 FA