Bürs Bürserschlucht – Kuhloch – Bürs

Bürs Bürserschlucht – Kuhloch – Bürs

Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir am Donnerstag, 19.06.2025 mit dem Zug von Feldkirch nach Bludenz und mit dem Stadtbus 504 nach Bürs-Dorfmitte. Wir starteten unsere Rundwanderung Richtung Bürserschlucht. Gleich zu Beginn ist der Klettergarten Bürs mit dem Sektor „Bürser Platte Süd- und Ostwand“ und dem Sektor “Bürser Verschneidung“

Noch vor dem Eingang zur Bürserschlucht ist auf der linken Seite das Elektrizitätswerk Getzner (Alvierwerk) im Lug 9, Bürs (580 m). Das denkmalgeschützte Kraftwerk, im Jugendstil erbaut, am Eingang der Bürser Schlucht ist ein besonders schönes Industriedenkmal im Walgau. Es zählt zu den größten privaten Kraftwerken in Österreich. Der Pfad in der Bürserschlucht und im Kuhloch ist weiß/rot/weiß markiert und diese wichtige Markierung wird für die Bergwanderwege verwendet. Dieser Pfad war wesentlich anspruchsvoller als z.B. der Höhenweg am Pfänder, da er schmaler, steiler, etwas felsiger und teilweise mit nassem Wurzelwerk versehen war. Leichtere Wege, wie z. B. der Pfänder-Höhenweg, sind gelb/weiß markiert. Auf einem schmalen Waldpfad wanderten wir aufwärts durch die ersten Felsblöcke (Bürser Konglomerat) hindurch. Diese Bergsturzblöcke, das Bürser Konglomerat, ist ein sehr ungewöhnliches Gestein, gerundete Gesteinskörner, sozusagen Schotter, bestehend hauptsächlich aus Kalk, sind diese deutlich geschichtet. Hier handelt es sich um ehemalige Schotterbänke des Alvierbaches. Auf der linken Seite des Alvierbaches, erreichten wir die ersten sehr gut gepflegten Stege und unter den Felsvorsprüngen, den Kopf einziehend, hindurch zum kleinen Quelltuff (ca. 600 m). Bei dem Sonnenschein und der hohen Außentemperatur um die 30 Grad, waren wir froh im Schatten und in der Nähe des kühlenden Alvierbaches aufwärtszuwandern. Nach dem Quelltuff überquerten wir die ersten Stege (620 m) über den Alvierbach. Beim nächsten Steg (640 m) wechselten wir auf die rechte Seite des Alvierbaches. Über Pfade und über einen neu errichteten Steg gelangten wir zum Ende des Bürserschluchtweges zum Wegweiser „Bürser Schlucht (680 m), VWW 15.24“. Hier zweigten wir rechts ab in Richtung Spial. In einigen Kehren, aber steil bergaufwärts und teilweise über Wurzelwerk kam der Wegweiser „Bürserberg Boden und Spial, Kuhloch 794 m VWW 15.25“ in Sicht. Ausrutschen sollte man auf diesem schmalen Waldpfad nicht, denn rechter Hand blickte man tief in Richtung Bürserschlucht hinunter. Jetzt bogen wir rechts ab nach Spial bzw. zum Naturdenkmal Kuhloch. Ein kurzes Stück Pfad noch und wir sahen voraus schon den Forstweg. Vorbei an Blockmoränen aus Gneis erblickten wir anschließend die herrliche Lärchenwiese bei Spial (755 m). Der nächste kurze Halt war bei den aufreißenden tiefen Spalten, den sogenannten „Schrunden“ (755 m) beim Wegweiser VWW 15.26. Zwischendurch konnten wir den Walserkamm und die Kapelle zum hl. Wolfgang auf dem Spial (752 m) erkennen, bevor wir in das Naturdenkmal Kuhloch „einstiegen“. Übrigens ist Spial die Bezeichnung für eine große landwirtschaftliche Nutzfläche und Waldgebiet und eines geschützten Biotops an der nordwestlichen Gemeindegrenze zu Bürs. Der Name Spial bzw. Spials (špíal / špíals, engad. spéjel) ist aus dem Lateinischen (speculum) und wird übersetzt im Sinne von Ausblick bzw. Warte. Beim Naturdenkmal Kuhloch (720 m), mit ihrem schmalen Durchgang, bestaunten wir die heute trocken liegende Klammstrecke. Hier floss ehemals der Alvier durch. Die Wände aus Bürser Konglomerat sind durch Strudeltöpfe und rundliche Glättungen durchzogen. Nach diesem Naturschauspiel wanderten wir auf einem Pfad zum Stutz (570 m) Richtung Ortseingang Bürs. Von diesem Pfad aus hatte man eine schöne Sicht auf Bludenz und die umliegenden Berge. (z.B. Hoher Fraßen 1979 m, Walserkamm). Nach dem Ortseingang von Bürs machten wir einen Abstecher zur Außerfeldstraße 5 in Bürs, wo uns in der Hauseinfahrt Erwin und Herlinde Schrottenbaum empfing. Erwin, der Schnapsbrenner des Jahres 2021, lud uns zu einer Schnaps- und Likörverkostung in seine kleine, aber feine Abfindungsbrennerei ein. Von Erwin`s Birne im Eichenfass, Liköre und bis zum Enzianschnaps, wurde zur Überraschung von Erwin, auch von unseren Wanderinnen, alles verkostet. Besonders unsere, inzwischen, sehr gesprächsfreudige Gisela konnte es kaum erwarten den Enzianschnaps zu verkosten. Entgegen landläufiger Meinung (meist hervorgerufen durch die Abbildungen auf den Etiketten der Enzianschnäpse) wird diese Spirituose nicht aus der Blüte der blauen Enziane, sondern aus der „Wurzel“ des wesentlich größeren und daher ergiebigeren Gelben Enzians (Gentiana lutea) gebrannt. Das Ausgraben der Wurzeln des gelben Enzians ist eine sehr mühevolle Arbeit! Unsere Wanderkollegin Gisela absolvierte noch nebenbei erfolgreich einen Dialektkurs, vom Saarländischen zum Vorarlberger Dialekt (z.B. dabei gsi!). Als dann Erwins Frau Herlinde auch noch eine Hauswurst mit feinem Kartoffel- und Karottensalat servierte waren alle begeistert. Erwin erklärte uns vieles Interessantes über die Streuobstwiesen und den Vorgang bei der Schnapsbrennerei. Sozusagen von der Maische zum Vorlauf bis zum fertigen Schnaps und Liköre. Bestens gestärkt, zum Abschluss der Verkostung auch noch mit einem wohlschmeckenden Apfelkuchen und mit viel neuem Wissen, verabschiedeten wir uns von der aufmerksamen, gastfreundlichen Familie Schrottenbaum. Mit Erwins feinen Liköre und Schnäpse in unseren Rucksäcken wanderte unsere lustige, gut aufgelegte, Wandergruppe zu Fuß zur Bushaltestelle Bürs-Dorfmitte. Mit dem Stadtbus 504 fuhren wir zum Bahnhof Bludenz und mit dem Zug nach Feldkirch.

Siehe Vorarlberger Wanderweg Standortblatt (VWW):
Beachten Sie bitte die auf jeder Tafel die kleingedruckte Standort-Nummer (z.B. VWW 15.04).
https://data.vorarlberg.gv.at/raumplanung/wanderweg_standortblatt/

  1. Bürs, Anbrg. Hauptstr. Alvierbrücke ostseitig, Bürs 570 m, VWW 15.04 (START der Wanderung)
  2. Bürs, Anbr. Eingang der Bürser Schlucht, VWW 15.02
  3. Bürs, Anbr. Bürser Schlucht Abzweigung Richtung Schaß, Kohlplätzle 650 m, VWW 15.01
  4. Bürs, Anbrg. Bürser Schlucht Ende des Weges, Bürser Schlucht 680 m, VWW 15.24
  5. Bürs, Anbrg. Weg Bürserschlucht – Spial Abzw. nach Bürserberg, VWW 15.25
  6. Bürs, Anbrg. Spial, Schrunden geologische Sehenswürdigkeit, Spial 750 m, VWW 15.26
  7. Bürs, Anbrg. Im Stutz Weggabelung Spial – Außerberg, Im Stutz 570 m, VWW 15.27
  8. Bürs, Anbrg. Abzwg. des Fußweges nach Spial von der Bundesstr. gegenüber Gasthaus, VWW 15.50
  9. Bürs, Anbr. Hauptstr. Abzw. Laschierweg, VWW 15.28
  10. Bürs, Anbrg. Hauptstr. Alvierbrücke ostseitig, Bürs 570 m, VWW 15.04 (ENDE der Wanderung)

Zur Information:
250619 V50plus Bürs-Bürserschlucht-Kuhloch-Bürs BF 19.06.2025
Bergwanderung, min. Höhe 561 m, max. Höhe 793 m, Distanz 5,27 km, Höhenmeter Anstieg 222 m, Abstieg 238 m, in Bewegung: 01 h 49 min

Text: Arno Huber; Fotos: Arno Huber