Bürs-Bürserschlucht-Kuhloch-Bürs

Bürs-Bürserschlucht-Kuhloch-Bürs

Diesen Donnerstag, 28.04.2022 wählten wir wieder eine Schlucht Wanderung. Unser Ziel war eine Rundwanderung in die Bürserschlucht und durch das Kuhloch. Von der Distanz her ist diese Rundwanderung kürzer als die Örflaschlucht Rundwanderung. Aber dieser Pfad, Großteils weiß-rot-weiß markiert, war wesentlich anspruchsvoller, da er schmaler, steiler, etwas felsiger und teilweise mit Wurzelwerk versehen war. Keine Regel ohne Ausnahme: In Vorarlberg orientiert sich die Beschilderung an der Schweiz: leichte Wege sind gelb/weiß markiert und weiß/rot/weiß wird für die Bergwanderwege verwendet. Auch gut zu wissen: Eine blaue Markierung auf Vorarlberger und Schweizer Alpinrouten weist darauf hin, dass dieser Weg ins hochalpine Gelände führt.
Bei schönem Wetter starteten wir unsere Rundwanderung beim Elektrizitätswerk Getzner im Lug 9, Bürs (580 hm). Das denkmalgeschützte Kraftwerk, im Jugendstil erbaut, am Eingang der Bürser Schlucht ist ein besonders schönes Industriedenkmal im Walgau. Es zählt zu den größten privaten Kraftwerken in Österreich. Auf einem schmalen Pfad wanderten wir aufwärts schon durch die ersten Felsbrocken (Bürser Konglomerat) hindurch. Diese Bergsturzblöcke, das Bürser Konglomerat, ist ein sehr ungewöhnliches Gestein, gerundete Gesteinskörner, sozusagen Schotter, bestehend hauptsächlich aus Kalk sind deutlich geschichtet. Hier handelt es sich um ehemalige Schotterbänke des Alvierbaches. Auf der linken Seite des Alvierbaches, erreichten wir die ersten sehr gut gepflegten Stege und unter den Felsvorsprüngen, den Kopf einziehend, hindurch zum kleinen Quelltuff (ca. 600 hm). Nach dem Quelltuff überquerten wir die ersten Stege (ca. 620 hm) über den Alvierbach. Beim nächsten Steg (ca. 640 hm) wechselten wir auf die rechte Seite des Alvierbaches. Über Pfade und über einen neu errichteten Steg gelangten wir zum Wegweiser Bürser Schlucht (680 m), VWW 15.24. Hier zweigten wir rechts ab in Richtung Spial. In einigen Kehren, aber steil bergaufwärts und teilweise über Wurzelwerk kam der Wegweiser Bürserberg Boden und Spial, Kuhloch 794 m VWW 15.25 in Sicht. Ausrutschen sollte man auf diesem schmalen Pfad nicht, denn rechter Hand blickte man tief in Richtung Schlucht hinunter. Jetzt bogen wir rechts ab nach Spial bzw. Kuhloch. Ein kurzes Stück Pfad noch und wir sahen schon den Forstweg. Durch einen schönen Mischwald wandernd konnte man kurz, bei einem Rückblick, den schneebedeckten Zwölferkopf (2271m) erkennen. Vorbei an Blockmoränen aus Gneis erblickten wir anschließend die herrliche Lärchenwiese bei Spial (755 hm). Der nächste kurze Halt war bei den aufreißenden tiefen Spalten, den sogenannten „Schrunden“ (755 hm) beim Wegweiser VWW 15.26. Zwischendurch konnten wir den Walserkamm und die Kapelle zum hl. Wolfgang auf dem Spial (752 Hm) erkennen, bevor wir in das Kuhloch „einstiegen“.
Übrigens ist Spial die Bezeichnung für eine große landwirtschaftliche Nutzfläche und Waldgebiet und eines geschützten Biotops an der nordwestlichen Gemeindegrenze zu Bürs. Der Name Spial bzw. Spials (špíal / špíals, engad. spéjel) ist aus dem Lateinischen (speculum) und wird übersetzt im Sinne von Ausblick bzw. Warte. Beim Naturdenkmal Kuhloch (ca. 720 hm) mit ihrem schmalen Durchgang bestaunten wir die heute trocken liegende Klammstrecke. Hier floss ehemals der Alvier durch. Die Wände aus Bürser Konglomerat sind durch Strudeltöpfe und rundliche Glättungen durchzogen. Nach diesem Naturschauspiel wanderten wir auf einem Pfad Richtung Ortseingang Bürs. Von diesem Pfad aus hatte man eine schöne Sicht auf Bludenz und die umliegenden Berge. (z.B. Hoher Fraßen 1979 m, Walserkamm) Am Ortseingang von Bürs machten wir einen Schwenk in das Gasthaus Traube, auch „Trüble“ genannt. Innen frisch renoviert, so dass man sich wohl fühlt. Von der freundlichen Bedienung wurde eine gute Speise serviert.
Nach dem Verlassen des Gasthauses Trüble gab es jetzt noch eine Überraschung von dem die WanderteilnehmerInnen nichts wussten. Wir wanderten zur Außerfeldstraße 5 in Bürs, wo uns in der Hauseinfahrt, Hr. Erwin Schrottenbaum, der Schnapsbrenner des Jahres 2021, empfing. Erwin lud uns zu einer Schnapsverkostung in seine kleine, aber feine Abfindungsbrennerei ein. Von Erwin`s Birne im Eichenfass bis zum Zirbenschnaps wurde alles probiert. Als dann Erwins Frau Herlinde feinste belegte Brötchen servierte waren alle begeistert. Erwin erklärte uns vieles Interessantes über die Streuobstwiesen und den Vorgang bei der Schnapsbrennerei. Sozusagen von der Maische zum Vorlauf bis zum fertigen Schnaps. Sehr gut gestärkt und mit viel neuem Wissen, verabschiedeten wir uns von der sehr gastfreundlichen Familie Schrottenbaum und wir wanderten zu Fuß zu unserem Ausgangspunkt zurück.

220428 SBF Bürs-Bürserschlucht-Kuhloch-Bürs BERGFEX 28.04.2022

Bergwanderung Distanz 6,7 Km, Höhenmeter bergauf 235 m, bergab 237 m, min. Höhe 569 m, max. Höhe 794 m, in Bewegung: 2 h 02 min

Text und Fotos: Arno Huber