Formarinsee – Steinernes Meer

Bei schönstem Wetter starteten wir am Donnerstag, 02.09.2021 in Lech beim Rüfiplatz mit dem Wanderbus Nr. 7 in Richtung Formarinsee. Von wegen ein Wanderbus, es war ein großer Doppeldeckerbus der sich gekonnt auf der recht schmalen Straße „hinaufschraubte“.

Beim Parkplatz Formarinsee angekommen orientierten wir uns am Wanderwegweiser Standort Parkplatz Formarinsee (1870m) Standort-Nr. vww 17.108. So wanderten wir eine kurze Strecke zur Formarinalpe um beim Wanderwegweiser Standort Formarinalpe (1870m) Standort-Nr. vww 17.106 Richtung Steinernes Meer abzubiegen. Nach kurzer Zeit in 1880 m Höhe sprudelte der Formarinbach, einer der Quellflüsse des Lech, an uns unserem Wanderweg vorbei und in 1970 m Höhe ist links neben dem Wanderweg die Quelle des Formarinbaches. Aber ACHTUNG, obwohl eine Namensgleichheit zwischen dem Formarinbach und dem Formarinsee besteht, entspringt der Formarinbach nicht in dem Formarinsee! Stetig aufwärts wandernd, im Talkessel zwischen dem Pöngertlekopf (2539m) und dem Formaletsch (2292m), erreichten wir nach ca. 1 Stunde die ersten weißgrauen zerklüfteten Felsformationen des Steinernen Meeres.

Zwischendurch sahen wir in den Karstrinnen auch einige Alpenblumen, wie den schon etwas verblühten Alpendost. Nach ca. 30 Minuten erreichten wir die Sattelhöhe mit dem Wanderwegweiser Standort Steinernes Meer (2100m) Standort-Nr. vww 17.140, bzw. hier trafen wir auf den Nordalpenweg 01. Auf der Sattelhöhe machten wir Rast, um unsere Jause bei einem imposanten Rundblick zu genießen. Aber Vorsicht beim Verlassen des Pfades machten sich grasbewachsene Spalten bemerkbar in denen man sich schnell verfangen konnte.

In oder bzw. direkt unter diesem Karstplateau von ca. 1 km² Ausdehnung verläuft die Rhein – Donau Wasserscheide, gleichzeitig die Europäische Kontinentalwasserscheide. In den Kluftkarren besteht der Pflanzenbewuchs hauptsächlich aus verschiedenen Arten von Farnen wie Streifenfarne, Schildfarne und Blasenfarne. Im Norden erblickten wir rechts hinter dem Formaletsch (2292m) einen Teil der gewaltigen Gebirgsformation der Roten Wand (2704m). Im Westen konnten wir den Pfaffeneck (2539m) sehen und auf dem Gehrengrat Wanderer beobachten, die den steilen Nordalpenweg 01 herunterstiegen. In Richtung Süden konnten wir auf Grund der klaren Sicht (man spricht auch von einem „Rückseitenwetter“) viele Dreitausender beobachten. Besonders markant der Piz Linard (3410m), ein Berg in den Rätischen Alpen. Er liegt in der Schweiz und ist der höchste Berg der Silvretta.

Hier eine kurze Aufzählung der Dreitausender in Blickrichtung Süden von links nach rechts: Piz Fliana (3281m), Silvrettahorn (3244), Schneeglocke (3223m), Rotfluh (3166m), Torwache (3173m), Verstanclahorn (3298m), Piz Linard (3410m) und Piz Zadrell (3103m). In Richtung Westen war die Sicht durch den Ganahlskopf (2314m), der sich unmittelbar vor uns aufbaute, verwehrt. Nach der Jause brachen wir Richtung Westen auf, dem Nordalpenweg 01 zur Freiburger Hütte. Jetzt durchquerten wir nicht mehr kleine und große Felsbrocken, sondern jetzt stiegen wir über die vielen Felsformationen darüber. Die Begehbarkeit dieser landschaftlich anmutigen Felsformationen wird durch ein dichtes Netz von Kluftkarren, Spalten, Einsturz- und Lösungsdolinen erschwert. Das heißt, es war eine erhöhte Aufmerksamkeit und Trittsicherheit über die Karstformationen notwendig. Ausrutschen durfte man nicht, sonst landete man gleich in einer Spalte. Die einzelnen Schollen des Kalkgesteins sind teilweise an senkrechten Klüften abgesunken, was an der Oberfläche durch Senkungsfelder und Karstgassen zu erkennen ist. Sowohl scharfkantige Lösungsformen als auch durch Gletscherschliff gerundete Buckel kommen vor.

Im Karst des Steinernen Meeres und Formaletsch finden sich ab und zu versteinerte Korallenstöcke, Schalen von Muscheln (Kuhtrittmuscheln, Megalodonten), Ammoniten, Belemniten, Riesenmuscheln und Turmschnecken, so ist auch der Name des Steinernen Meeres entstanden.

Die Strecke zur Freiburger Hütte beim Formarinsee war mit einer Stunde angeschrieben. Dies kommt uns sehr knapp bemessen vor. Wir brauchten, natürlich bei unserer sehr vorsichtiger Gehweise, sozusagen von Steinbuckel zu Steinbuckel mit zwischendurch kurzen Pfaden, durch das ca. 700 m lange Steinerne Meer ca. eine Stunde. Sehr froh waren wir, dass durch dieses „Labyrinth“, oft sogar alle paar Meter, eine neue weiß-rot-weiße Markierung an den Steinen angebracht wurde. Dies erleichterte die Wegfindung wesentlich. Nun wanderten wir abwärts auf der rechten Seite den Formaletsch (2292m) und auf der linken Seite den Ganahlskopf (2314m) im Blick. Bald erblickten wir den Formarinsee und wieder die Rote Wand und auch die Freiburger Hütte. In der Freiburger Hütte kehrten wir ein um die Spezialitäten des Hauses und die Aussicht ins Klostertal, dem Verwall, Albula und den Rhaetikon zu genießen.

Auch die schönste Rast endet einmal und wir brachen auf um den wunderschönen Formarinsee zu umrunden und den Wanderausgangspunkt beim Wanderwegweiser Standort Parkplatz Formarinsee (1870m) Standort-Nr. vww 17.108 zu erreichen. Der Doppeldeckerbus, mit offenem oberem Verdeck, wartete schon an der Bushaltestelle Zugertal Formarinsee. Es war ein Erlebnis am oberen offenen Verdeck zu sitzen und man beobachten konnte, wie der Doppeldeckerbus die schmale Straße hinunterkurvte.

Die schmale Straße verläuft parallel zum Lech, so dass wir während der Fahrt den bekannten Lechweg sehen konnten. Auch einige Bergspitzen wie Johanneskopf (2008m), Mehlsack (2651m), Unterer Schafberg (2407m), Madlochspitze (2546m) und Omeshorn (2557m) konnten wir in der faszinierenden Berglandschaft betrachten. So führte uns der Doppeldeckerbus retour durch das Zugertal, zuerst vorbei an der Formarinalpe, Tannlageralpe, Gasthaus Äpele, Spullerswald, Zuger Alpe, vorbei an Zug und dann nach Lech zur Bushaltestelle Rüfiplatz. Quelle Steinernes Meer: de.wikipedia.org_wiki_Steinernes_Meer_(Vbg).

Bergwanderung Distanz 8,5 Km, Höhenmeter bergauf 318 m, bergab 321 m, min. Höhe 1827 m, max. Höhe 2102 m, in Bewegung: 3 h 23 min

210902 SBF Formarinsee-Steinernes Meer-Freiburger Hütte-Formarinsee 02.09.2021 BERGFEX

Zur Information: Formarinsee
Höhe über Meeresspiegel 1793 m ü. A., Fläche  15,9 ha, Maximale Tiefe 17 m

Der Formarinsee ist ein Hochgebirgssee im Lechquellengebirge im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Auf einer Höhe von 1793 m ü. A. liegt der See in unmittelbarer Nähe zur Roten Wand und dem Berg Formaletsch im Gemeindegebiet von Dalaas. Der See bildet sich jedes Jahr von Neuem aus Schmelzwasser. Sein Abfluss unterläuft unterirdisch – unter der Roten Wand – die europäische Wasserscheide. Ganz in der Nähe des Sees entspringt der Formarinbach, einer der beiden Quellflüsse des Lechs. Obwohl eine Namensgleichheit zwischen dem Bach und dem See besteht, entspringt ersterer nicht dem Formarinsee. Nördlich des Sees liegt die Formarinalpe, südlich des Gewässers die Freiburger Hütte, von wo aus ein anspruchsvoller, ausgesetzter, Kletterei verlangender Steig auf die Rote Wand führt. Im Rahmen der ORF-TV-Sendung 9 Plätze – 9 Schätze wurde der Formarinsee mit der Roten Wand– 2 km nördlich des Sees – am 24. Oktober 2015 zum schönsten Platz Österreichs
gewählt. Quelle: de.wikipedia.org_wiki_Formarinsee

Text und Fotos: Arno Huber