Gütle-Rappenloch-Alploch-Kirchle

Gütle-Rappenloch-Alploch-Kirchle

Unser Wanderspezialist Egon machte für den letzten Donnerstag einen tollen Wandervorschlag zum „Kirchle“ in Dornbirn.

Neun Personen starteten die Wanderung vom Gütle (509m) in Dornbirn zur Rappenlochschlucht. Bei schönem Wetter und angenehmen Temperaturen am Morgenfrüh durchwanderten wir den ersten Teil der Rappenschlucht „Schluchtwald & Wasserschloss“ als es auf einer Tafel hieß „Hoch das Bein“.

Seit dem Felssturz im Jahre 2011 ist eine neue Umgehungsroute mit 187 Stufen aufwärts erstellt worden. So nahmen wir die Beine hoch und erstiegen die vielen Stiegen und erblickten sobald von einem Steg, an der Felswand, den Felssturz, bzw. die eingestürzte Brücke. Riesige Felsbrocken lagen in der Rappenlochschlucht bzw. in der Dornbirner Ache. Weiter wanderten wir zum Staufensee. Hier wurde im Jahre 1899 eine Staumauer mit 21 m Höhe errichtet um die Dornbirner Industriebetriebe mit Energie zu versorgen, so entstand der idyllische Staufensee. Nach dem Staufensee erreichten wir das Kraftwerk Ebensand (595m). Über einen Steg überquerten wir die Dornbirner Ache und gelangten somit in das Alploch. Eine kurze aber sehr interessante enge Schlucht.

Direkt über dem Fluss führt ein an der Felswand befestigter Wanderweg durch die Schlucht. Nach dem Ausstieg aus der Alplochschlucht gelangten wir zur Straße nach Ebnit. Dieser Ausstiegspunkt an der Ebniterstraße wird Schmitte (695m) genannt. Von dieser Bushaltestelle aus führte ein schmaler steiler Pfad über Wurzelstöcke und teilweise hohen Stufen zum „Kirchle“. Unterwegs zum „Kirchle“ sahen wir einen goldgelben Ziegenbart (Pilz) und ein vom Borkenkäfer befallener Baum mit charakteristischen Fressspuren. Nach dem kurzen, aber steilen Aufstieg erreichten wir den Eingang zum „Kirchle“. Das Kirchle (830m) ist ein in der letzten Eiszeit vom Wasser ausgewaschenes steinernes Naturdenkmal. Das Kirchle ist heute nicht mehr von Wasser durchflossen. Die Form der Auswaschung erinnert an ein Kirchengewölbe (Kirchle!). Eine eindrucksvolle, romantische Klamm ausgebildet wie eine Kirchenkuppel, hat eine Länge von ca. 70 m und eine Breite von 13 m eine Tiefe von 20 m. Die Wandergruppe stimmte ein Lied an, aber die Koordination der Sängergruppe war noch nicht optimal einstudiert!

Nach diesem stimmungsvollen Eindruck wanderten wir aufwärts zur Franz Dreher Hütte (855m) und machten dort eine Trinkpause. Neben einem Fenster der Hütte war eine Leiter angebracht. Dient diese zum „Fensterln“?. Nun wanderten wir auf der Forststraße „Untere Niedere“ abwärts zur Ebniter Straße bis zur Abzweigung Niedere (725m). Bei der ehemaligen Rappenlochbrücke zweigten wir zum Staufensee ab und wanderten über die Rappenlochschlucht zum Rappenloch Stadl. Während wir uns mit einem Imbiss stärkten, setzte sich ein Perlmutterfalter auf Alberts Schulter und gleich danach zum Staunen aller Gäste auf die Nase von Albert. Anschließend kehrten wir zu unserem Ausgangspunkt, Gütle, zurück.

Bergwanderung Distanz 11,1 Km, Höhenmeter bergauf 418 m, bergab 403 m, min. Höhe 509 m, max. Höhe 871 m, in Bewegung: 3 h 31 min

200806 SBF Gütle-Rappenloch-Alploch-Kirchle-Gütle BERGFEX

Zur Information:

Das Kraftwerk Ebensand ist ein kleines Laufwasserkraftwerk der VKW Illwerke in Dornbirn. Ebensand ist mit seinem Baujahr 1899 das zweitälteste Elektrizitätswerk in Vorarlberg. Zurzeit ist es das größte Kleinkraftwerk der VKW Illwerke und liefert jährlich ca. 7 GWh an elektrischer Energie. Die Turbinen werden angetrieben von dem Wasser der Dornbirner Ach, das anschließend im Staufensee aufgestaut wird und durch die Rappenlochschlucht abfließt.

Fotos und Text: Arno Huber