Kristberg-Wildried Hochmoor-Silbertal

Kristberg-Wildried Hochmoor-Silbertal

Unsere nächste Bergwanderung führte uns am Donnerstag, 22.09.2022 in das schöne Silbertal.

Bei herrlichem Wetter fuhren wir mit der Kristbergbahn hinauf zur Bergstation (1440m). Auf dem Forstweg „Wasserstobaweg“ wanderten wir durch den Wald leicht aufwärtsgehend Richtung Wildried. In einer Lichtung, am Wanderweg vom besonders beliebten „Silberpfad“, erreichten wir die Alpgenossenschaft Säge – Christberg, erbaut im Jahre 1940. Ein kleines Sägewerk, welches noch in Betrieb ist. Mit einer doch etwas “älteren” Technik, nämlich eine elektrisch betriebene Einblattsäge.

Bei einer weiteren Lichtung hatte man einen wunderbaren Blick Richtung Innerberg (1151m) zum Saulakopf (2517m) und die Zimba (2634m) sowie zur Sulzfluh (2818m), Drei Türme (2830m), Drusenfluh (2827m) und Gaißspitze (2334m). Richtung Süden erblickten wir das Mittagsjoch (2362m), Hochjoch (2520m) und den Sauerbleis (1980m). Nach ca. 3 km kamen wir zur Kneippanlage Sieba Brünna (Wanderwegweiser Siebenbrünnele VWW 82.104, 1520m) und weiter wandernd sahen wir bald in einer Waldlichtung den interessanten Aussichtspunkt Wildried (1566m). Dies war zugleich auch der höchste Punkt unserer Wanderung mit einem ausgezeichneten Blick zur Zimba (2634m) in das Silbertal (889m) und zum Mittagsjoch (2362m). Nach einer kleinen geschindelten Kapelle wanderten wir leicht abwärts gehend zum Wildried Hochmoor (1544m). Nach einer Sage „Der reiche und geizige Bauer und das Hochmoor“ entstand das Wildried, das höchst gelegenste Hochmoor Europas. Hier machten wir auf den Sitzbänken eine Pause um den Blick zum Hochmoor, dem Fellimännli (2209m) und dem Mittagsjoch (2362m) zu genießen. Nach dem wir unseren Rucksack aufgenommen hatten wanderten wir abwärts zum Wanderwegweiser Lobsteg 1450 m (VWW 82.106). Hier zweigten wir Richtung Almhütte Fellimännle ab. Linker Hand rauschte der Portschabach und auf einer Höhe von 1415 m überquerten wir auf der Brücke den Portschabach um auf dem Waldpfad zum Naturdenkmal Gretschbach-Wasserfall (1424m) zu gelangen. In drei Kaskaden stürzt der Gretschbach insgesamt 30 Höhenmeter den Berg herab. Im harten Gneisgestein konnte der Bach in diesen 10.000 Jahren der Nacheiszeit noch nicht viel einschneiden. Für unseren weiteren Abstieg wählten wir nicht die Forststraße, sondern den „Wanderweg Silbertal“. Ein schmaler teilweise steil abfallender Pfad führte uns, von einer Höhe von 1424 m, durch den Wald zur Almhütte Fellimännle (1095m). Nach 9,2 Km Wanderdistanz waren wir froh einen Einkehrschwung zu tätigen. Nach einer wohlschmeckenden Stärkung wanderten wir auf der linken Seite des Litzbaches talauswärts. Auf einer größeren Lichtung waren am Ufer der Litz viele „Steinmännchen“ aufgebaut. Steinmännchen, auch Steinmandl oder Steindauben genannt, sind aufeinander gestapelte Steine in Form kleiner Hügel oder Türmchen. Sie sind eine archaische Form des Wegzeichens und der Wegfindung und sie werden aber bis heute weltweit errichtet. Die nächsten Wanderpunkte waren Bärenschlager (1045m), eine Tafel die den gewaltigen Hochwasserstand vom Dienstag, dem 23.08.2005 anzeigte, den Aussichtspunkt Bannwaldschlucht (1000m), Bannwaldbrücke (980m), Wasserfall Teufelsbach (960m), Wanderwegweiser Wüarri (925m), den „Berg – Wetterstein“ und schließlich traten wir aus dem Waldweg heraus und die Landschaft weitete sich aus. Auf dem Weg zur Ortschaft Silbertal betrachteten wir auf der linken Seite die imposante Freilichtbühne Silbertal, der Montafoner Sagen Festspiele. Auf 20.000 qm entstand eine der größten Freilichtbühnen Europas. Dramatisch, romantisch und mitreißend zugleich werden hier die alten Sagen und Legenden wieder lebendig.

„Malena” – Fluch oder Segen ist vom 15.07.2023 bis 19.08.2023 das nächste Montafoner Sagenfestspiel. Ein kurzer Weg noch über die Brücke der Litz und wir erreichten wieder, den Ausgangspunkt unserer Wanderung, die Talstation der Kristbergbahn im Silbertal.

Zur Information:

Kneippanlage Sieba Brünna (Wanderwegweiser Siebenbrünnele VWW 82.104, 1520m)

Diese Kneipstation bietet vor allem an heißen Sommertagen eine wahre Erfrischung für Körper, Geist und Seele. Vor inzwischen über 100 Jahren entwickelte Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) sein umfassendes, heute in der ganzen Welt bekanntes Naturheilkundesystem. Basierend auf einem Volks heilkundlichen Erfahrungsschatz und Erkenntnissen aus der Klostermedizin revolutionierte er die damaligen Heilmethoden. Sein an der Ausgeglichenheit zwischen Körper und Geist orientierter ganzheitlicher Gesundheitsbegriff ruht neben den Wasseranwendungen auf vier weiteren Säulen: der Verwendung von Heilpflanzen, einer gesunden Ernährung, ausreichend Bewegung und innerem Gleichgewicht.

220922 SBF Kristberg-Wildried Hochmoor (1544m)-Silbertal BF 22.09.2022

Bergwanderung Distanz 15,0 Km, Höhenmeter bergauf 174 m, bergab 730 m, min. Höhe 873 m, max. Höhe 1566 m, in Bewegung: 3 h 51 min

Fotos und Text: Arno Huber