Latschau-Gauertalhaus-Latschau

Latschau-Gauertalhaus-Latschau

Bei leicht bewölktem Himmel fuhren wir mit dem Auto am Donnerstag, 05.02.2026 von Feldkirch Stadionstraße nach Tschagguns bzw. weiter nach Latschau Kraftwerk zum Parkplatz. Gleich neben dem Parkplatz im Schnee, startete unser Kurs „Grundkenntnisse des Schneeschuhwanderns“ mit Monika Sturn. Monika, unsere Schneeschuh-Wanderführerin stellte sich vor und erklärte uns die Vor- und Nachteile und die Handhabung der Schneeschuhe. Alle Teilnehmer hatten eine passende Ausrüstung (Winterwanderschuhe geeignet für Schneeschuhe, Schneeschuhe mit Krallen an der Unterseite und Skistöcke) mitgebracht. Monika half uns beim Einstieg in die Schneeschuhe. Bevor wir aufwärts loszogen erwähnte Monika noch, dass 1 Stunde Schneeschuhwandern etwa 2 Stunden Wandern entsprechen würden! Bei der Alten Säge Latschau (1.055 m) machten wir einen kurzen Stopp, um die wichtigsten Informationen von der alten Säge vermittelt zu bekommen. Die alte Säge in Latschau am Rasafeibach ist nach dem Flurnamen „Mülli“ (an die bis ins 20. Jahrhundert in der Nähe betriebene Getreidemühle erinnernd) benannt. Die Familie Loretz erwarb 1849 die seit dem 18. Jahrhundert betriebene Säge. Der jetzige Zustand entspricht im Wesentlichen dem aus dem Jahre 1907. Im gemauerten Untergeschoss des Sägegebäudes befindet sich das beachtliche hölzerne Wasserrad mit einem Durchmesser von 4,1 m, welches das Sägeblatt des „Venezianergatters“ antreibt. Der Säger Hubert Loretz kümmert sich um das Gebäude und die Sägetechnik, vom Wasserlauf, über das Wasserrad, die Transmission bis hin zum Schliff am Sägeblatt. Damit aus einem runden Baumstamm Bretter und Balken werden, braucht es neben Wasser und dem in Schwung gesetzten Wasserrad die richtigen Hebel, Seile und Maßkeile. Die alte Säge kann nach Voranmeldung besichtigt werden. Nach dem Stopp bei der Säge bereiteten wir uns, kurz nach der Rasafeibrücke beim Wanderwegweiser VWW 89.069 (Mülli 1040 m) mit den Schneeschuhen auf den Aufstieg in

Richtung Bruggers Maisäß bzw. Sanüel vor. Nach Überquerung des Sanüelerbaches auf einem kleinen Brücklein hielt Monika danach an und bereitete uns auf den kommenden steilen Aufstieg vor. Am Fuße des schneebedeckten Steilhanges setzte sich Gerold mit den Schneeschuhen freiwillig in den Schnee hinein. Gerold merkte aber schnell, dass ein Aufstehen mit den Schneeschuhen nicht so einfach ist. Daher zeigte Monika unserem Gerold und allen Teilnehmern, wie man durch ein bestimmtes seitliches Rollen aufstehen konnte. Gerold schaffte das Aufstehen mit Bravour. Danke an Gerold für die praktische Vorführung mit erklärender Unterstützung durch Monika. Alle meisterten den Steilhang recht flott und wir konnten schon Bruggers Maisäß sehen und im Hintergrund lugte bereits die Geißspitze (2.334 m) hervor. Auf der linken Seite sahen wir den Gipfelbereich der Tschaggunser Mittagsspitze (2.168 m). Beim Winterwander-Wegweiser VWW 89.108W (1.205 m Güterweg Sanüel Maisäß Brugger) zweigten wir nicht nach Sanüel ab, sondern nach Kessi bzw. Volsporaalpe (1.230 m). Beim Wanderwegweiser VWW 89.104 (Im Kessi 1220 m) in der Nähe vom Maisäß Gauertal konnte man die historischen Maisäßlandschaften betrachten. Die traditionelle Dreistufenlandwirtschaft ist in Tschagguns tief verwurzelt. Seit Jahrhunderten wechseln Mensch und Vieh mit den Jahreszeiten auf Tal, Maisäß und Alpe ihren Lebensraum. Besonders im Gauertal sind diese einzigartigen Landschaften noch heute erlebbar. Die Maisäße dienten einst als Zwischenstation für die Almwirtschaft. Bei der Volsporaalpe konnten wir die atemberaubenden Bergspitzen wie Kleiner Turm (2.754 m), Mittlerer Turm (2.782 m) und Großer Turm (2.830 m) mit der darunterliegenden Sporenplatte, Drusenfluh (2.827 m) und Geißspitze (2.334 m) betrachten.

Michael unser Mitwanderer, mit ausgezeichneter Ortskenntnis, erklärte uns die Sporerplatte (Sporaplatta siehe Foto im Anhang) an der Nordseite von großem und mittlerem Turm. Die Sporaplatta ist das Ergebnis eines gewaltigen Bergsturzes, dessen Spuren noch heute sichtbar sind. In der Parzelle Gauen, mehrere Kilometer von der Sporerplatte entfernt, liegen bis zu hausgroßen Felsbrocken, die von den Drei Türmen stammen. Nach der Volsporaalpe erklärte uns Monika an einem steileren Abhang das Abwärtslaufen im tiefen Pulverschnee mit den Schneeschuhen. Mit viel Spaß und voller Begeisterung wurde das Abwärtslaufen mit den Schneeschuhen geübt. Unser athletischer Franz konnte leider nicht teilnehmen, er hätte vor Freude sicher zwei Saltos im Pulverschnee gemacht! Monika freute sich sicher, dass sie so eifrige Mitmacher hatte. Wir überquerten auf zwei kleinen Brücken noch den Rasafeibach und Kilkatobelbach bis zum Gauertalhaus (1.225 m). Vor dem Gauertalhaus zogen wir unsere Schneeschuhe aus und die fröhliche Schneeschuhgruppe machte einen verdienten Einkehrschwung. Im urigen Stübchen wurden wir sehr willkommen geheißen. Daniel servierte unserer lustigen Gruppe feines Hirschgulasch mit schmackhaften Spätzlen und weitere gute Speisen. Zum Schluss spendierte uns Daniel noch eine Runde aromatischen Zirbenlikör. So machte das Einkehren Spaß. Als wir aus dem Gasthaus hinaustraten, empfing uns warmer Sonnenschein und am Himmel war kein Wölkchen mehr zu sehen. Wir hatten eine eindrucksvolle Sicht zum Gebirgsstock der Sulzfluh (2.818 m), den Drei Türmen und der Geißspitze. Auf dem schneebedeckten Winterwanderweg (Gauertalweg), bzw. teilweise neben dem Winterweg, stapften wir mit den Schneeschuhen abwärts und machten beim Wegweiser VWW 89.106 Kalkofen 1175 m einen kurzen Halt. (Siehe Foto vom Wegweiser Kalkofen). An den Namen Kalkofen zeigt sich eindeutig, dass hier ein Kalkofen bzw. ein Brennofen für die Herstellung von Kalkstein gestanden haben musste. Die Kalksteinverarbeitung zu einem vielseitigen Baustoff gehört zu den ältesten und bis heute bedeutendsten technischen Produktionsverfahren. Ein Kalkofen, in freigelegter Form als Bodendenkmal, kann heute in Gargellen in der Parzelle Vergalda, südlich vom Zentrum beim Valzifenzbach, auf einer Höhe von 1490 m besichtigt werden. Auf dem schneebedeckten Gauertalweg hatten wir eine fantastische Sicht zum schneefreien Bartholomäberg (1.087 m), zur Wormser Hütte (2.305 m) mit Schnee, sowie zu den Bergspitzen Kreuzjoch 2.388 m), Zamangspitze (2.386 m) und rechtsseitig zur, von der Sonne angestrahlten, Tschaggunser Mittagsspitze (2.168 m) mit dem erkennbaren Gipfelkreuz. Auf dem schneebedeckten Gauertalweg wanderten wir abwärts nach Latschau Kraftwerk zum Parkplatz. Monika hatte am Anfang der Schneeschuhtour erwähnt, dass 1 Stunde Schneeschuhwandern etwa 2 Stunden Wandern entsprechen würde. So sind wir 2 Stunden Schneeschuh gewandert und dies bedeutete etwa 4 Stunden wandern! Wir bedankten uns bei Monika, unserer Schneeschuhführerin, recht herzlich für die profunde Vermittlung des Schneeschuhwanderns sowie für die erlebnisreiche großartige Schneeschuhrundtour mit spitzenmäßigem Einkehrschwung. Vom Parkplatz des Latschauer Kraftwerkes fuhren alle gutgelaunt, mit neuen Schneeschuhtour Kenntnissen, mit dem Auto nach Feldkirch.

Siehe Vorarlberger Wanderweg Standortblatt (VWW):
Beachten Sie bitte die auf jeder Tafel die kleingedruckte Standort-Nummer (z.B. VWW 89.145).
https://data.vorarlberg.gv.at/raumplanung/wanderweg_standortblatt/
Pos.01) Tschagguns, Anbrg. Feuerwehrhaus Latschau, VWW 89.145 (START der Wanderung)
Pos.02.) Tschagguns, Anbrg. Gauertalweg Abzw. Mattschwitzerweg, Golmerbach 1033 m, VWW 89.077
Pos.03.) Tschagguns, Anbrg. Gauertalweg Abzw. Gafazutweg, VWW 89.076W
Pos.04.) Tschagguns, Anbrg. Gafazutweg Abzw. Schluchtweg Mülli Rasafeibach, Mülli 1.040 m, VWW 89.069
Pos.05.) Tschagguns, Anbrg. Güterweg Sanüel Maisäß Brugger, VWW 89.108W
Pos.06.) Tschagguns, Anbrg. im Kessi, Im Kessi 1220m, VWW 89.104
Pos.07.) Tschagguns, Anbrg. bei Volsporaalpe, VWW 89.092W
Pos.08.) Tschagguns, Anbrg. Volsporaalpe Abzw. Gauertal Maisäß, VWW 89.095
Pos.09.) Tschagguns, Anbrg. Gauertalweg, Abzw. bei Schönherr-Volspora, VWW 89.094
Pos.10.) Tschagguns, Anbrg. Gauertalweg, Abzw. Kalkofenweg, Kalkofen 1175 m, VWW 89.106
Pos.11.) Tschagguns, Anbrg. Gauertalweg Ruafabrücke, VWW 89.105W
Pos.12.) Tschagguns, Anbrg. Gauertalweg Piz, VWW 89.116
Pos.13.) Tschagguns, Anbrg. Gauertalweg Abzw. Gafazutweg, VWW 89.076W
Pos.14.) Tschagguns, Anbrg. Gauertalweg Abzw. Mattschwitzerweg, Golmerbach 1033 m, VWW 89.077
Pos.15.) Tschagguns, Anbrg. Feuerwehrhaus Latschau, VWW 89.145 (ENDE der Wanderung)

 Zur Information:
Bergwanderung, min. Höhe 1.013 m, max. Höhe 1.231 m, Distanz 5 km, Höhenmeter Anstieg 230 m, Höhenmeter Abstieg 233 m, in Bewegung: 01 h 57 min
260205 V50plus Latschau-Gauertalhaus-Latschau, BF, 05.02.2026

Text: Arno Huber
Fotos: Monika Sturn (Yoga & Wandern), Gisela Stein, Michael Zimmermann, Arno Huber