Malbun-Sassförkle-Schönberg-Bärgi-Malbun

Am Donnerstag dem 29.07.2021 starteten wir bei teilweise bewölktem Himmel unsere Bergwanderung am Ortseingang von Malbun. Vom Parkplatz am Ortseingang von Malbun (1590m) geht es bei der Friedenskapelle vorbei und der bequeme Sassweg führt uns zum Sass Seelein (1731m) hinauf. Bei der Alp Sass (1723m) zweigt rechts der Almweg zum Sassförkle ab, der Wasserscheide zwischen den Alpen Sass und Guschg. Beim Wegweiser Sassförkle (1785m) machten wir bei der Sitzbank mit der Schrift „angihogga und as bitz verwüla“ eine kurze Pause. Jetzt führt links Richtung Schönberg ein schmalerer Pfad (Schönberg Steg) aufwärts durch ein Weidegebiet. Eine vorbildliche Abzäunung links und rechts des Pfades ersparte uns eine Durchquerung bei den weidenden Mutterkühen mit ihren jungen Kälblein. Auf 1856m ohne Wanderwegweiser, bei einem ganz kleinen Seelein, zweigt ein inoffizieller Pfad über die Bergwiese zum Schönberg ab. Wir wanderten aber auf dem Schönberg Steg dem offiziellen Felsenweg (weiß-rot-weiß markiert) weiter. Der Felsenweg, der zwar weiß-rot-weiß markiert ist, ist allerdings ein anspruchsvollerer Bergpfad und nur bei trockenem Wetter zu empfehlen. Jetzt ging es im Zick-Zack durch die Latschen steiler bergauf vorbei am Fuß des Kletterturms des Kelchle („Felszahn“ 1914m) ins felsige Nordost Gelände des Stachlerkopfes (2071m). Weiter wanderten wir aufwärts durch den Geröllhang des Stachlerkopfs in Richtung der „Drei Kapuziner“ (2084m). Der Bergweg zwischen dem Hang des Stachlerkopfes und den Drei Kapuzinern erfordert Trittsicherheit. Die Drei Kapuzinern sind Felsköpfe, die von der Alpe Guschg (1713m) aus betrachtet wie drei Mönche aussehen. Ein teils, in zwei kurzen Abschnitten, mit neuen gummiarmierten Stahlseilen gesicherter Bergweg führt weiter zum blumenübersäten Südwestrücken des Schönbergs. Auf dem Gipfel des Schönberges (2104m) würde sich ein toller Blick auf die Liechtensteiner Berge, in den Rätikon im Südosten sowie über das 1600 Meter tiefer gelegene Rheintal hinweg auf die Alviergruppe, zu den Churfirsten und zum Säntis im Alpstein ergeben. Auf der Gipfelkuppe genossen wir eine längere Rast. Aber einige hartnäckige Wolkenfetzen verhinderten einen klaren Blick in die umgebenden Bergspitzen. Kurzfristig erblickten wir im Norden das Valorschtal mit den Alpen Vorder-, Mittel-, Hintervalorsch (Der Name Valorsch stammt vom rätoromanischen „val uors“ ab) sowie die Riethötta (1627m) unter dem Galinakopf (2198m) und im Südwesten den Rheinknick bei Trübbach (CH). Für den Rückweg wählten wir bei dem Wegweiser (2050m) den markierten Wanderweg über Bergle (Bärgi, Alp Bärg 1720m). Der schmale Pfad (weiß-rot-weiß markiert) führte uns abwärts durch eine umfangreiche Alpenflora mit besonders vielen wunderschönen Alpenrosen. Von dort mehrheitlich im Wald in leichtem Auf und Ab zum “Sass Stall” (1650m). In der Nähe vom “Sass Stall” entdeckten wir tiefe Dolinen. Diese Bodenabsenkungen treten auf, wenn Gesteine, wie hier der vorhandene Gips, durch zirkulierendes Wasser angegriffen und stellenweise aufgelöst werden. Die so entstandenen Hohlräume stürzen ein und führen an der Geländeoberfläche zu großen Absenkungen. Vom “Sass Stall” wanderten wir kurz hoch zurJägerhütte (1710m) und dann wieder abwärts auf dem Sassweg zurück nach Malbun.

Malbun-Sassförkle-Schönberg-Bärgi-Malbun BERGFEX 29.07.2021

Bergwanderung Distanz 14,2 Km, Höhenmeter bergauf 696 m, bergab 697 m, min. Höhe 1590 m, max. Höhe 2097 m, in Bewegung: 5 h 28 min

Zur Information:

Die Ortschaft Malbun ist eine Siedlung im Fürstentum Liechtenstein. Sie liegt in etwa 1600 m ü. M. und gehört mit den Orten Steg, Masescha, Silum und Gaflei zur Gemeinde Triesenberg. Malbun ist eine Exklave der Gemeinde Triesenberg (Turna und Sareis mit dem Ort Malbun). Der Name Malbun stammt aus dem Romanischen von «alp bun» (schöne, ertragreiche Alp) oder «val bun» (schönes, ertragreiches Tal). Die ab dem Ende des 13. Jahrhunderts eingewanderten Walser besiedelten wohl als Erste das Gebiet von Triesenberg dauerhaft und haben das Gebiet landwirtschaftlich genutzt. Es war im Eigentum der Grafen Montfort-Werdenberg und wurde teilweise den Bürgern von Schaan/Vaduz zum Erblehen gegeben. Die zugezogenen Walser erhielten weitere Nutzungsrechte, später auch zum Lehen (urkundlich belegt ab 1355). Ab dem 17. und 18. Jahrhundert wurde auch das Eigentum übertragen. 1562 entstand die erste Alpordnung, die bis 1867 in Kraft gestanden haben soll.
Quelle: de.wikipedia.org_wiki_Malbun_(Liechtenstein)

Fotos und Text: Arno Huber