Rainberg-Wiesalpe-Brunnenwiesle

Bei schönem Wetter am Donnerstag, dem 10.06.2021 wanderten wir von Übersaxen-Rainberg (812m) der Forststraße entlang bergauf am Rüthiweg in Richtung Plattentobel (853m). Am Wegrand konnten wir noch einen alten Büschelebock aus Holz und einen neuen Büschelebock aus Aluminium bestaunen. Auch die fertigen Büschele waren akkurat aufgestapelt. Offensichtlich war auch ein „Holzkünstler“ am Werk der die vielen Scheitholz-Anlagen mit exakt aufgeschichteten Holzscheite erstellt hat. Durch den schattigen angenehm duftenden Wald erreichten wir den Wegweiser Kohlplätzle (861m). Hier zweigten wir nicht in die Üble Schlucht ab, sondern in Richtung Wiesalpe. Nach den letzten starken Regenfällen sprudelten von den Berghängen viele Bächlein herunter.  Nach Klein-Wiesle (ca. 930m) am Rüthiweg erreichten wir eine große Pfütze mit vielen Kaulquappen. Beim Wegweiser Gruben Wasserstuben (953m) mit einem kleinen Wasserfall endete die Forststraße. Auf einem schmalen Pfad im Wald wanderten wir weiter bergauf bis wir die Lichtung (992m) der Wiesalpe erreichten. Wir spazierten aber zuerst zur St. Martinskapelle (1017m) um diese zu besichtigen. Diese Kapelle wurde im Jahre 1664 erbaut und im Jahre 1875 etwa 15 m vom alten Standort neu erstellt. Ein kurzes Stück bergauf und wir konnten auf der Wiesalpe (1030m) unsere Jausenbrote auspacken. Im Ortsteil Wies von der Gemeinde Laterns standen einmal 12 Höfe. Erhalten geblieben ist nur noch die Wiesalpe. Von hier aus hatte man einen schönen Blick auf die Sonnenseite des Laternsertales. Wir benützten nicht den gleichen Weg zurück, sondern wir wanderten aufwärts bis zum Wegweiser Brunnenwiesle (1060m). Von dort wanderten wir auf der Forststraße Glockenwaldweg abwärts vorbei am Grossrüfetobel bis zur Abzweigung Kiesgrub (1005m). Hier zweigten wir nach Rainberg zur Wasserstube (953m) ab, wobei der Forstweg bald endete und die letzten Meter in einen steileren schmalen Waldpfad übergingen. Hier trafen wir wieder auf unseren Aufstiegsweg, die Forststraße Rüthiweg. Immer leicht bergabwärts wanderten wir auf dem Rüthiweg zu unserem Ausgangspunkt Rainberg zurück.

 

 

Bergwanderung Distanz 10 Km,

Höhenmeter bergauf 253 m, bergab 264 m,

min. Höhe 812 m, max. Höhe 1060 m,

in Bewegung: 2 h 56 min

 

 

 

 

Zur Information:

Der Ortsteil Wies wurde im 14. Jahrhundert von Walsern gegründet und gehörte seither immer zur Gemeinde Laterns. Es bestanden bis zu 12 besiedelte Häuser. In einer Teilungsurkunde von 1409 erscheint eine Frau „Agta Heintzen ab der Wies“ auf, woraus auf eine dauerhafte Siedlung etwa ab dem Anfang des 15. Jahrhunderts geschlossen werden kann. 1664 wurde eine Kapelle erbaut, die dem Hl. Martin geweiht war und die bereits 1689 durch eine Lawine zerstört wurde (Altar und Bilder blieben erhalten). 1875 wurde die Kapelle etwa 15 m vom alten Standort neu erbaut, weil der bisherige Standort zu feucht war und die Kapelle zu klein. Am 4. März 1926 wird die letzte regelmäßige Messe in Wies in der Kapelle gelesen. Etwa 1757 wurde eine Schule eingerichtet (vermutlich wechselnd in verschiedenen Häusern), 1860 in einem Privathaus fix und einige Zeit später ein eigenes Schulgebäude. Zum Religionsunterricht mussten die Kinder weiterhin auf die andere Talseite marschieren, da Religionsunterricht bis 1867 nur im Ortsteil Thal gehalten wurde. Im Dezember 1925 wird die Schule geschlossen, nachdem die Entsiedelung fast abgeschlossen ist. 1850 wurde das bis dahin bestehende Armenhaus abgebrochen. 1889 beginnt die erste Entsiedlung im Ortsteil Wies, 1897 werden drei Höfe von der Gemeinde gekauft, 1898 ein weiteres Anwesen und 1907 nochmals zwei. Diese werden 1910 von der Gemeinde wieder verkauft und 1925 wieder gekauft. 1940 wird eine Materialseilbahn nach Wies gebaut, die 1985 durch einen Blitzschlag schwer beschädigt wird. Im „Allgemeinen National-Kalender für Tirol und Vorarlberg werden für das Jahr 1825 in Wies 7 Wohnhäuser und 8 Familien mit insgesamt 24 Personen angeführt. Um 1865 erwähnt der Lehrer Johann Josef Hartmann „59 Seelen“, die in der Wies leben und sich auf 12 Höfe verteilen. Durch einen starken Windwurf mit etwa 15.000 fm Schadholz Mitte Februar 1925 (Föhnsturm) bedingt, erhielt die Gemeinde Laterns aus dem Holzverkauf die notwendigen Mittel, um die bisherigen Eigentümer des Ortsteils Wies abzulösen und die Siedlung wurde in eine Alpe in Gemeindeeigentum umgewandelt.
Quelle: de.wikipedia.org_wiki_Wies

Texte und Fotos: Arno Huber