Ravensburg – Museum Humpis Quartier

Das erst seit etwa 10 Jahren bestehende Museum Humpis Quartier beleuchtet vor allem die Geschichte von Ravensburg seit seiner Entstehung vor etwa 1000 Jahren.

Im 11. Jh. beherbergte das Haus einen Lederhandwerker, der hier seine hochwertigen Lederwaren im damals von den Welfen regierten Ravensburg herstellte.

Zwischen 1380 und 1530 war die Ravensburger Handelsgesellschaft eines der erfolgreichsten Großhandelsunternehmen des Spätmittelalters. Der Fernhändler Humpis stand dieser Gesellschaft über viele Jahre als „Regierer“ (Geschäftsführer) vor. Die Familie der Humpis stieg in dieser Zeit zur einflussreichsten Patrizierfamilie von Ravensburg auf.

Im 18. Jahrhundert wohnten und arbeiteten in diesem Haus die bis in den Tod verfeindeten Brüder Wucherer, einer als armer Rotgerber, der andere als wohlhabender Weißgerber.

Mitte des 19. Jahrhunderts schließlich wurde im Haus eine Gaststube eröffnet, in dem auch das kulturelle Leben der Stadt gepflegt wurde.

Die Sonderausstellung „Schwabenkinder“ warf einen Blick auf die große Armut, die bis zum Beginn des 20. Jh. In den Alpentälern Vorarlbergs, Tirols und der Schweiz herrschte. Bereits mit etwa 12 Jahren wurden Kinder beispielsweise aus dem Montafon in tagelangen Fußmärschen auf den „Hütekindermarkt“ nach Ravensburg gebracht, wo sie von Bauern für einen kärglichen Lohn bis zum Ende der Erntezeit beschäftigt wurden.

Nach der hochinteressanten Museumsführung ging es zum Gasthaus Engel zum Mittagessen. Der weitere Nachmittag stand zur freien Verfügung für einen Bummel durch die historische Altstadt von Ravensburg. Auch die Shoppinginteressierten kamen dabei nicht zu kurz.

Um 16:00 Uhr brachen wir Richtung Dietmannsweiler bei Tettnang auf, das durch seinen vorzüglichen Hopfen berühmt ist. Im Brauereigasthof Schöre gönnten wir uns eine deftige Jause und kosteten die eine oder andere Bierspezialität. Danach ging es wohlgestärkt zurück nach Hause. (ad)

Fotos: Albert Dobler