Rinderer Alpe – Wangspitze – Bad Rothenbrunnen

Rinderer Alpe – Wangspitze – Bad Rothenbrunnen

Bei schönstem Wetter am Donnerstag, 11.08.2022 fuhren wir mit dem Alpbus von Sonntag-Buchboden (910m) ins Hutlatal, der Forststraße entlang bis zur Rinderer Alpe (1238m). Nach dem wir uns bei dem Alpbusfahrer Simon bedankten, schulterten wir unsere Rucksäcke und die Wanderstöcke wurden für den steilen Aufstieg hergerichtet. Bei der Rinderer Alpe zweigte der schmale Wanderpfad, weiß-rot-weiß markiert, in den Wald Richtung Wangspitze ab. Obwohl der Aufstieg durch den Wald teilweise sehr steil war und gefährlich nahe an kleinen Tobeln und einem größeren Tobel (Wangtobelbach) vorbeiführte, kam man nicht ins Schwitzen. Diese Talseite lag nämlich auf der Schattenseite und auch im Wald war es noch sehr frisch. Auf der anderen Talseite schien bereits die Sonne auf die Bergspitzen Glattmar (1930m) und Garmil (1810m) und auf die Oberhutlaalpe (1506m). Auf 1570 m Höhe traten wir aus dem Wald heraus auf die Wiesen der aufgelassenen Wangalpe mit einem großartigen Blick zum Madonakopf (2019m) und Umgebung wie Walserkamm, Türtschhorn (2096m), Glatthorn (2133m) und Zafernhorn (2107m) und im Westen Hanflender (2349m), Schafberg (2413m), Lusgrind (2286m), Pitschiköpfe (2280m), Weißes Rössle (2214m), Gamsfreiheit (2211m), Novakopf (2093m), Groriggenkopf (1978m), Garmil (1888m) und Glattmar (1930m).  Erst in 1680 m Höhe erstrahlte auch die Sonne die Wiese der ehemaligen Wangalpe und bald erreichten wir den Wangsattel (1796m). Eine kurze Verschnaufpause und wir wanderten links abbiegend auf einem schmalen Wiesenpfad den Bergrücken entlang zur Wangspitze (1873m). Auf dem Bürgermeister-Bänkli vom Jahr 2016 und bei dem Holzkreuz der Wangspitze vom Jahr 2006 genossen wir unsere Jause und den herrlichen Rundblick in alle Himmelsrichtungen besonders zum Zitterklapfen (2403m) und dem Walserkamm. Der Abstieg erfolgte wieder über den Wiesenkamm zurück zum Wangsattel in ca. 10 min. Am Rückweg zum Wangsattel hat man ein Blick auf den Misthaufen (2360m), Gadenköpfle (2271m), Klesenzahörner (2276m), Rote Wand (2704m im Hintergrund), Bettlerspitze (2272m) und Madonakopf (2019m) und hinunter ins Europaschutzgebiet Gadental, Teil des Biosphärenpark Großes Walsertal. Auf einem schmalen Wanderpfad stiegen wir nun vom Wangsattel zur Matonaalpe (1673m) ab. Hier begann ein serpentinenreicher Abstieg über den Güterweg (Ziehweg) hinunter Richtung Gadenalpe (1317m). Ab dem Wanderwegweiser, VWW 83.091 Gada 1278 m, führte uns der sehr kiesige, teilweise steil abfallende, Wanderweg durch das wilde urtümliche Gadental, das zur Kernzone des Biosphärenparks Groß Walsertal gehört. An der rechten Bachtobelseite nordwärts wandernd, erblickten wir unterhalb links des Schotterweges den Wasserfall (1130m) des Rotenbrunnenbaches (wird auch Madonabach genannt). Endlich erreichten wir dann, abwärtsgehend auf dem „nervigen“ Kiesweg, das Alpengasthaus Bad Rothenbrunnen (1008m). Bad Rotenbrunnen wird auch als „Rottenbrunnen“ bzw. „Rothenbrunnen“ oder „Baneum rubenum“ geschrieben. Alles begann mit einer Marienerscheinung eines Hirten, der seinen verletzten Fuß in der Quelle badete und gesund wurde. Bald darauf baute man ein Badehaus und nannte den Platz den „roten Brunnen“. Der sagenhafte Anfang wird gesundheitsbewusst fortgesetzt: Bereits 1460 nutzte der Feldkircher Stadtarzt Dr. Ulrich Ellenbogen das Heilwasser von Rothenbrunnen. 1643 kam es in Besitz des Klosters Weingarten. Die wechselhafte Geschichte findet mit der Übernahme durch Lorenz Bitsche 2005 einen vorläufigen Höhepunkt. Im Jahre 2006 wird ein eigenes Wasserkraftwerk gebaut, das Gebäude saniert und ein Gastgarten mit Laube errichtet. Das Heilwasser entspringt ca. 500 m oberhalb im Gadental aus einer Eisenquelle, der sogenannte “rothe Brunnen”. Die Eisenabscheidungen, die im Abfluss der Quelle einen rot-braunen Belag hinterlassen, gaben dem Bad Rothenbrunnen den Namen. Die kleine schöne denkmalgeschützte Kapelle Maria Heimsuchung (Kapelle Rothenbrunnen), nördlich des Gastgartens, wurde 1687 erstellt dann abgerissen und 1847 wieder erbaut und im Jahre 2011 renoviert. Nach dem wir uns im Gastgarten gestärkt hatten, wanderten wir abwärts ca. 15 Minuten zum Lutz Wanderparkplatz.

Ein interessanter Hinweis noch: Es gibt im Großen Walsertal gleich zwei Wangspitzen: Jene Wangspitze mit 1873 m Höhe, welche wir bestiegen haben und weiter westlich eines gleichnamigen Gipfels die Wangspitze mit 1766 m, etwas niedriger, in der Nähe der Sterisalpe (1441m) und dem Breithorn (2081m) vorgelagert.

220811 SBF Rinderer Alpe-Wangspitze 1873m-Bad Rothenbrunnen BF 11.08.2022

Bergwanderung Distanz 9,7 Km, Höhenmeter bergauf 621 m, bergab 866 m, min. Höhe 1011 m, max. Höhe 1866 m, in Bewegung: 3 h 14 min

Fotos und Text: Arno Huber