Schneeschuhwanderung in Gargellen

Heute schnallte sich unsere Wandergruppe die Schneeschuhe an.

Am Startpunkt der Schneeschuhwanderung in Gargellen, in der Nähe der Talstation der Schafbergbahn (1425m) erklärte Angelika uns Anfängern mit viel Humor die Funktion und das Anziehen der Gamaschen und der Schneeschuhe. Weiters wurden alle Teilnehmer mit einem LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät) ausgerüstet. Nun stapften wir mit den Schneeschuhen bei leichtem Schneefall aufwärts in Richtung Schwefeltobel los. Schritt für Schritt gewöhnten wir uns sozusagen an die großen „Stiefel“ an den Füßen. Kurz vor dem Schwefeltobel mussten alle Teilnehmer einzeln bei Angelika vorbei gehen, damit sie die LVS-Geräte auf ihre Funktion prüfen konnte. Beim Schwefeltobel erwartete uns eine kleine Herausforderung, da wir den Schwefeltobelbach auf einem kleinen, sehr schmalen schneebedeckten Steg, ohne Geländer, überqueren mussten. Unter Anleitung von Angelika kamen alle Teilnehmer, mit großem Hallo, über den Steg. Nach dem Steg machten wir im windstillen Schwefeltobel (1517m) einen Halt. Angelika erklärte uns das LVS-Gerät und zeigte uns auch die weiteren Gegenstände in ihrem Rucksack, wie Seil, Lawinenschaufel und die Funktion der langen Lawinensonde.

Weiter wanderten wir mit großen Schritten bis wir eine Quelle (1545m) erreichten. Angelika erklärte uns, dass diese Quelle ein spezielles „weiches“ Wasser hat. Jetzt wanderten wir auf einem schmalen Pfad durch einen „verwunschenen“ Schneewald (1600m) mit interessanten Schneekonfigurationen. Als wir aus dem Wald heraustraten überquerten wir, in der Nähe der Madrisahütte (1655m), auf einem Steg den Valzifenzbach (1647m). Auf dem offenen Gelände empfing uns ein starker Gegenwind mit Schneefall und auch die Schneehöhe nahm zu, also eine zusätzliche Herausforderung beim aufwärts gehen. Bald erreichten wir die Valzifenz Alpe (1693m). Hier wollten wir bei der Hütte, im Windschatten einer 3 m hohen Schneewächte eine Pause einlegen, aber wir täuschten uns. Starke Schneegestöber (es „bieschte g’hörig“), ein außergewöhnliches Erlebnis, zwangen uns wieder aufzubrechen. Jetzt stapften wir bergabwärts Richtung Vergalda. Jetzt war es angenehmer zu laufen, da wir jetzt die Windböen und das Schneegestöber im Rücken spürten.

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Bald kamen wir an dem einstigen Gasthaus «Zum Weißen Kreuz» in Vergalden vorbei. Angelika erklärte uns, dass sich hier auch eine große Stallung für die Saumpferde, sowie die Werkstatt eines Huf- und Nagelschmieds befand. Der Grund für das Gasthaus und die Werkstatt war, dass sich der Saumverkehr über das Schlappinerjoch schon im 16. Jhdt. entwickelte. Kurz nach Vergalda erreichten wir unseren Ausgangspunkt in der Nähe der Schafbergbahn.

Als wir die Schneeschuhe abschnallten war es ein eigenartiges Gefühl zu Fuß weiterzugehen. Im „Schmugglerstüble“ ließen wir zusammen mit unserer Schneeschuhführerin Angelika die interessante, abenteuerliche Schneeschuhwanderung ausklingen. (ah)

200305 Gargellen-Valzifenzalpe-Vergalda-Gargellen 05.03.2020 BERGFEX