Schneeschuhwanderung mit Monika Sturn

Schneeschuhwanderung mit Monika Sturn

Das Wetterglück war uns hold und bei schönstem Wetter am Donnerstag, 06.02.2025 konnten wir im Tal den Nebel zurücklassen. In Oberdamüls in 1.608 m Höhe, bei Sonnenschein, konnten wir dann im Beisein von unserer Schneeschuhtrainerin, Fr. Monika Sturn, die Schneeschuhe auspacken. Beim Schneehang in der Nähe des Gasthauses Zimba, bzw. in der Nähe des Vorarlberger-Wander-Wegweisers VWW 18.71W (W- steht für Winterwanderweg), half uns Monika, beim richtigen Anlegen der Schneeschuhe bzw. erklärte uns auch die Vor- und Nachteile mancher Schneeschuhe. Alle unsere Schneeschuhe waren mit Steighilfe (aufklappbar), Seitenschienen, Harscheisen-Seitenschienen für mehr Grip ausgestattet. Auch die ersten Übungen mit den Schneeschuhen am Schneehang, z. B. den Richtungswechsel richtig durchzuführen, führten wir durch. Um nicht auf die eigenen „Schneeschuhfüße“ zu stehen, musste man sich an eine etwas breitere schrittweise gewöhnen. So stapften wir gleich hinter Monika her, den Schneehang hinauf. Bei der ersten Querung vom Winterwanderweg (1.660 m) Alpe Oberdamüls zum Alpengasthof Jägerstüble machten wir halt, um von der „Zwiebeltechnik“ der Bekleidung Gebrauch zu machen. D. h. auf Grund des warmen Sonnenscheines und des Aufstieges mit den ungewohnten Schneeschuhen ist allen recht schnell warm geworden. So zogen wir die Winterjacke und die Handschuhe aus. Aber auch die Sicht auf die Bergspitzen, speziell in Richtung Südwesten war atemberaubend, wie folgende Aufzählung der Bergspitzen von links nach rechts zeigt: Breithorn (2.009 m), Sulzfluh (2.819 m), Drei Türme (2.830 m), Drusenfluh (2.827 m), im Vordergrund der Hohe Fraßen (1.979 m), Zimba (2.643 m), Falvkopf (1.849 m), Seekopf (2.698 m), Zirmenkopf (2.760 m) und die Schesaplana (2.965 m). Weiter führte uns Monika den Schneehang hinauf. Auf etwa 1.705 m Höhe querten wir mit den Schneeschuhen den nicht sichtbaren Sommer Bergwanderweg (T2), der Richtung Portlahorn (2.010 m) führt. Jetzt hatten wir auch die herausfordernde Gelegenheit, jeder für sich, im tiefen Pulverschnee unsere Wanderspuren zu ziehen. Die Schneebrücke über den Steinbach hielt den Belastungen Stand. Jetzt übernahm Monika wieder die Führungsrolle. Sie spurte mit den Schneeschuhen den Steilhang hinauf in das Gebiet der sogenannten Sieben Hügel (zwischen Portlahorn und Bergstation Sunegg bzw. Oberdamüls) zu einem der Sieben Hügel in 1.838 m Höhe hinauf. Dieser Berghügel liegt westlich von der Bergstation Sunnegg (1.815 m). Zwischendurch erklärte uns Monika auch das Aufwärtsgehen im schneebedeckten steilen Berghang. Monika half uns auch beim Aufklappen der Steighilfe bei den Schneeschuhen. Die aufklappbare Steighilfe war eine wesentliche Erleichterung beim Aufwärtsgehen des stark ansteigenden Schneehanges. Auf dem Berghügel (1.838 m) angekommen gratulierte uns Monika, dass wir gemeinsam unser Ziel erreicht hatten. Auf dem Berghügel war eine schneefreie grasdurchsetzte felsige Fläche, wo wir im Sonnenschein unsere verdiente Jause genossen. Zur Überraschung aller verteilte Monika zur Stärkung ein köstliches Schnäpsle. Wir hatten eine hervorragende Rundumsicht, bei der man in Richtung Süden auch einige 3-Tausender erkennen konnte wie: Chlein Seehorn (3.032 m) in der Silvretta, Vorderes Plattenhorn (3.220 m), Flüela Wisshorn (3.085 m) und Flüela Schwarzhorn (3.147 m) in Graubünden. Jedes gemütliche Beisammensein hat ein Ende und so folgten wir Monika in Richtung Bergstation Sunegg. Doch vor der Bergstation Sunegg zweigten wir rechts hinunter ab. Bevor wir mit den Schneeschuhen in den Steilhang der Sieben Hügel einstiegen, erklärte uns Monika wie ein Abstieg in einem steileren Hang mit den Schneeschuhen zu erfolgen hat. Der steilere Hang hatte einen kurzen Abschnitt mit einer Hangneigung von etwa 25° bis 30°. Zur Information: Hänge über 35° werden im Lagebericht als „sehr steil“ bezeichnet, ab 40° spricht man von „extrem steilen“ Hängen, die oft auch felsdurchsetzt sind.

Plötzlich ist es in der Wandergruppe stiller geworden. Selbst von unserer redegewandten Saarländerin Gisela hörte man kein Wort. Der Grund war, dass sich alle auf den etwas steileren Abstieg konzentrieren mussten. Monika achtete sehr darauf, dass alle diesen kurzen Abschnitt gut meisterten. Für alle war dies, bei dieser Schneeschuhtour, der herausforderndste und anstrengendste Teilbereich. Danach wurde es wieder flacher und wir hatten die Gelegenheit, speziell das im Süden liegende wuchtig wirkende Glatthorn (2.133 m) zu betrachten. Gisela betrachtete besonders das atemberaubende Panorama und so stand sie plötzlich auf einer „Schneebrücke“.  Gisela, huch, da war ich aber sehr froh, dass die Schneebrücke über den Steinbach gehalten hat. Vor Aufregung hatte Gisela die Wanderstöcke fallen gelassen. (Siehe Foto „i14PM (74)-SE2“ im Anhang!). Nach dieser kleinen Aufregung stapften wir in Richtung Kapelle Stofel (1.667 m). Von hier aus konnten wir abwärts mit den Schneeschuhen bis zur Terrasse des Gasthauses Zimba laufen.

Alle bedankten sich bei Monika für ihre Erklärungen und Einführung in die Technik des Schneeschuh Laufens sowie für die interessante Rundtour. Auf der sonnigen Terrasse genossen wir das gute Mittagessen wie Kässpätzle, Wildragout und Schnitzel nach diesem anstrengenden Schneeschuhabenteuer.

250206 V50plus Schneeschuhwanderung mit Monika Sturn, Oberdamüls, BF 06.02.2025

Schneeschuh-Bergwanderung Distanz 3,8 km, Höhenmeter Anstieg 232 m, Abstieg 234 m, min. Höhe 1.608 m, max. Höhe 1.838 m, in Bewegung: 02 h 12 min

Siehe Vorarlberger Wanderweg Standortblatt (VWW):
Beachten Sie bitte die auf jeder Tafel kleingedruckte Standort-Nummer (z.B. VWW 18.71W).
https://data.vorarlberg.gv.at/raumplanung/wanderweg_standortblatt/

  1. Damüls, WINTERWW., Infotafel der Gemeinde an der L51, Nähe Gasthaus Zimba, VWW 18.71W (START der Wanderung)
  2. Damüls, WINTERWW., Anbrg. Wegkreuz in der Nähe der Kapelle, VWW18.19W
  3. Damüls, WINTERWW., Infotafel der Gemeinde an der L51, Nähe Gasthaus Zimba, VWW 18.71W (ENDE der Wanderung)

 

Zur Information: Walserdorf Damüls

Im Herzen Vorarlbergs liegt das Walserdorf Damüls. Die weitausgedehnte Streusiedlung in einer Höhenlage zwischen 1300 m bis 1700 m besteht aus den drei Parzellen Oberdamüls, Uga und Schwende. Zum Ortsnamen Damüls gibt es zwei Deutungen. In der ältesten vorhandenen Urkunde vom Jahre 1382 steht die Bezeichnung Tumuls, vermutlich vom Lateinischen tumulus = Hügel abgeleitet. 1436 wird Damüls und 1465 Damulc geschrieben. In einer Ablassurkunde des Jahres 1500 findet sich die ganz vereinzelt stehende Lesart „Ufi dem Mulcz“. Mulcz ist ein romanisches Wort, das mit dem lateinischen mulgere = melken stammesverwandt ist. „Ufi dem Mulcz“ könnte also auf der Melkalpe heißen, was der Wirklichkeit weitgehend entsprechen würde. Vereinzelte vordeutsche Namen wie Trischta, Bregez und Portla lassen darauf schließen, dass Damüls schon früh als Jagd- und Alpgebiet genutzt wurde. Die dauernde Besiedlung ist aber zweifellos das Werk der aus dem Schweizer Kanton Wallis stammenden Walser. Sie ist im Zusammenhang mit der des Laternsertales zu sehen. Die Grundlage dieser Walserkolonie bildet ein Vertrag aus dem Jahre 1313. Die Grafen Rudolf und Berchtold von Montfort, Feldkirch belehnten die Walliser Thomas und Jakob Bondt, Walters Söhne ze der Tannen, Heinrich Vogel von Bont, Jakob von Nifesinen und seinen Sohn Walter gegen einen Martinizins von vier Pfd. Const. Münze mit der Alpe Ugen. Die Belehnung erfolgte gleichzeitig mit der von Bonacker, Außerlaterns an weitere Walser Siedler. Dreizehn Jahre später, am 16.06.1326, fand eine weitere Belehnung durch Graf Ulrich von Montfort im Einvernehmen mit seinem Bruder Rudolf statt. Acht Walser erhielten die „Allb Tamuls“ als Erblehen. Die Lehensleute waren meist noch dieselben Personen, wie die in der ersten Urkunde 1313 genannten, teilweise ihre Nachkommen. Von diesen Walser Kolonisten stammt zum großen Teil nicht nur die Bevölkerung von Damüls, sondern auch die von Fontanella und teilweise auch anderen Orten im Großen Walsertal ab. Auch im hinteren Bregenzerwald stammt ein nicht unbedeutender Teil der Bevölkerung von Walsern ab, wie auf Grund der Familiennamen festzustellen ist. Natürlich erfolgte auch umgekehrt eine Zuwanderung. Quelle: Vorarlberger Walservereinigung

 

Text: Arno Huber; Fotos: Gisela Stein, Günter Schabus, Arno Huber