Sonnenaufgangswanderung Hohe Kugel

Sonnenaufgangswanderung Hohe Kugel

Bereits in den frühen Morgenstunden am Donnerstag dem 23.09.2021 trafen wir uns bei der Sportanlage Kapieters in Fraxern beim Wanderwegweiser Standort Schutz (1016m) Standort-Nr. vww 28.17. Wir verwendeten für den Aufstieg nicht den schmalen Pfad über die Wurzelstöcke, sondern die Forststraße. Diese wurde vom Mond so hell ausgeleuchtet, sodass wir keine Stirnlampen benötigten. Selbst zwischen den Tannen, wo es etwas dunkler war, konnte man die bestens ausgebaute Forststraße gut erkennen und begehen. Wir überquerten den Ratzbach und dann den Knietzbach. Immer wieder warfen wir ein Blick zurück in das noch ruhende Rheintal, das auch vom Mond erhellt wurde. Wir erreichten bald die Staffelalpe (1500m) und ca. 100 m weiter den Treietpass (1489m). Da wir zeitlich sehr gut im Zeitplan lagen wählten wir nicht den steilen, steinigen und wurzeligen Aufstieg Richtung Hohe Kugel, sondern den Forstweg Richtung Kugelalpe. Vom Treietpass aus sahen wir nicht mehr in das Rheintal, sondern wir hatten einen Blick in den noch dunklen Bregenzerwald.

Warum dies erwähnt wird hat auch einen historischen Hintergrund. Hinter dem Treietpass arbeiteten am 18. April 1934 die Fraxner Männer um Kalk abzubauen. So bemerkten sie zuerst nicht, dass ein Föhnsturm mit dazu beitrug, dass das halbe Fraxner Dorf abbrannte. Erst die Männer auf der Staffelalpe bemerkten die Brandkatastrophe im Dorf.

Auf dem Forstweg leicht aufwärts wandernd überquerten wir den Fußagrabenbach und erreichten bald die Kugelalpe (1565m). Bei der Kugelalpe bogen wir scharf links ab, um auf dem Wanderpfad leicht aufwärts gehend, die Hohe Kugel zu erreichen. Wir waren die einzigen Wanderer am Gipfel, so dass wir die Aussicht, speziell in das verschlafene Rheintal genießen konnten. Erst später gesellten sich junge Wanderer dazu. Im Osten konnte man schon eine rötlich, gelbe Färbung erblicken und um ca. 07:15 Uhr stieg die Sonne hinter den Bergen leuchtend strahlend empor. Ein faszinierendes Schauspiel wie die Sonne die umliegenden Gipfel erleuchtete. Auf dem Gipfel hatten wir ohne Wolkenfelder eine tolle Rundumsicht, besonders die Berge im Süden und Westen waren durch den Föhneinfluss sehr gut erkennbar. Hier einige Gipfel die wir von der Hohen Kugel aus beobachten konnten: Diedamskopf (2090m), Kanisfluh-Holenke (2044m), Damülser Mittagspitze (2095m), Hoher Freschen (2004m), Fluchthorn/Piz Fenga (3398m), Großes Seehorn (3121m), Zimba (2643m), Schesaplana (2965m), Panüelerkopf (2859m), Hohe Köpfe (2066m), Trinserhorn (3028m), Piz Segnas (3102m), Drei Schwestern (2061m), Alvier (2343m), Altmann (2435m), Säntis (2502m) und Hoher Kasten (1795m).

Die Sonne erwärmte nicht nur unsere Herzen sondern auch unsere Körper, da es am morgen Früh beim Gipfel doch recht windig und kalt war. Jetzt konnten wir auch unsere Jause auspacken und zusehen wie die Sonne auch das Rheintal erreichte. Nach diesen spektakulären Eindrücken packte wir unsere Rucksäcke um abwärtsgehend das Joch (Wanderwegweiser Standort Joch (1628m) Standort-Nr. vww 28.50.) zu erreichen. Wir wählten den Wanderpfad über den Bergrücken in Richtung Süden, da dort die Sonne schien um in Richtung Staffelalpe zu wandern. Bald erreichten wir den steilen Waldabstieg mit Wurzeln und Steinen zur Staffelalpe. Da einige Stellen noch feucht waren war besondere Trittsicherheit geboten. Bei der Staffelalpe machten wir eine kleine Trinkpause. Weiter wanderten wir auf der Forststraße leicht abwärts gehend zur nächsten Abzweigung. Immer wieder blieben wir stehen um den Blick auf die umliegenden Berge und ins Tal schweifen zu lassen . Nach zwei Abkürzungen, die allerdings steil und mit Wurzeln und Steinen versehen waren, erreichten wir das Kreuz mit einer Sitzbank mit wunderbarem Ausblick auf Fraxern und Umgebung. Jetzt kamen uns auch vermehrt Wanderer und Schulklassen entgegen. Ein Schüler fragte uns hier schon, ob es noch weit auf die Hohe Kugel ist! Noch ein steiles Stück über Steine bergab und wir erreichten unseren Ausgangspunkt die Sportanlage Kapieters. Mit einer Einkehr in Brunos Pizzeria schlossen wir unsere erlebnisreiche Sonnenaufgangswanderung ab.

Bergwanderung Distanz 8,9 Km, Höhenmeter bergauf 331 m, bergab 636 m, min. Höhe 1015 m, max. Höhe 1641 m, in Bewegung: 3 h 15 min

Fotos und Text: Arno Huber