Wiegensee

Wiegensee

In Partenen fuhren wir mit der Tafamuntbahn, vorbei an dem unterirdischen Kopswerk I, bis zur Mittelstation Innertafamunt (1530m). Von der Mittelstation Innertafamunt wanderten wir bergaufwärts in Richtung Wiegensee. Der Wanderweg war trotz der Schneefälle in den letzten Tagen ohne Schnee und gut begehbar. Nach der Mittelstation führte der Wanderweg gleich in den Wald hinein. Der Wanderpfad ist auf der linken Seite geschützt durch große Steinmauern vom Geröll des Versailmassivs. Durch den Wald waren aber diese Schutzmauern nicht sichtbar. Auf einem schmalen Plateau, auf der linken Seite der steile Versailkamm und auf der rechten Seite die steil abfallenden Hänge Richtung Partenen und Außerganifer wanderten wir aufwärts vorbei an dem Wanderwegweiser Untere Wiega (1852m), Abzweigung Wiegensee- Schrofen, zu einem tollen Aussichtspunkt (ca. 1915m) mit Holzbänken.
Hier machten wir eine Trinkpause und genossen die Aussicht auf die südwärts liegende Landschaft. Vermuntstausee (1750m), selbst die Saarbrückener Hütte (2538m) konnte man auf der Südostgratschulter des Kleinlitzners erkennen, Kleinlitzner (2783m), Großes Seehorn (3121m),Großlitzner (3109m), Breitspitze (2196m), Vallüla (2813m), Ballunspitze (2671m) und Kops Stausee (1809m). Noch eine kurzes Stück Wanderung zwischen den Latschen und wir erreichten den in einem kleinen Kessel liegenden wunderschönen Wiegensee (1926m).
Auf Holbänken mit Blick zum Moorsee und der umgebenden Berglandschaft schmeckte die Jause gleich doppelt so gut. Nach der Jause wanderten wir wieder auf dem gleichen Pfad zu unseren Ausgangspunkt Innertafamunt zurück. Natürlich machten wir noch einen Einkehrschwung ins Alpstöbli Tafamunt (1550m) bevor wir mit der Tafamuntbahn talwärts fuhren.

Bergwanderung Distanz 6,15 Km, Höhenmeter bergauf 389 m, bergab 393 m, min. Höhe 1540 m, max. Höhe 1931 m, in Bewegung: 2 h 20 min

201001 SBF Innertafamunt-Wiegensee-Innertafamunt 01.10.2020 BERGFEX

Information zum Wiegensee:

Hoch über dem Tal, auf einem Plateau, befindet sich eine der bedeutendsten Moorlandschaften. Der Wiegensee liegt im Natura 2000-Gebiet in einer international bedeutenden Moorlandschaft. Ein sehr seltenes Phänomen weist der Moorsee und die Moorlandschaft auf. Die Moose und Gräser wachsen vom Ufer her mit ihren Kriechtrieben auf die Wasseroberfläche hinaus und bilden mit der Zeit ein dichtes Geflecht, so dass ein kompakter Teppich entsteht. Diese schwimmende Pflanzendecke heißt „Schwingrasen“. Dies ist auf den ersten Blick nicht vom normalen Ufer zu unterscheiden.

Zur Information: Geschichtliches Tafamunt und Tafamuntbahn
Als Tafamunt wird der Steilabbruch des Valschavielkammes zwischen Gaschurn und Partenen in der Rotte Rifa bezeichnet. Der Name von Davos, das 1213 als Tavaus belegt ist, wird auf eine Ableitung von spätlat. *tovu „Tobel“ < tubus „Röhre“ zurückgeführt: *ad tovātos – „bei von Tobelschutt bedeckten Stellen“ oder *ad tovānes – „bei den Tobelleuten“.
Nach anderer Deutung soll Tafamunt (früher auch als Tavamunt, Tafamondt, Dafamont geschrieben) von „Tobel“ in der Bedeutung „das Hintere“, „Rückwärtige“ herzuleiten, somit im Sinne von „Hinterberg“ zu verstehen sein (mont/Monte (ital./span./portug.), lat.: mons = Berg).
Die Tafamuntbahn ist eine Luftseilbahn (Pendelbahn) mit einer Personenkabine in Partenen in
Vorarlberg und liegt am Talende des Montafons. Sie verbindet eine Talstation auf 1032 m ü. A. (in der Nähe des Vermuntwerks und der Talstation der Vermuntbahn) mit dem Zwischenausstieg (Stütze 2) in 1530 m ü. A. auf der Alpe Tafamunt (Maiensäss, Alpstöbli Tafamunt und der Bergstation auf 1717 m ü. A. Es handelt sich, wie die Vermuntbahn, um eine Zubringerbahn. Die Anlage befindet sich im Besitz der illwerke vkw AG und wird von deren Tochtergesellschaft Golm Silvretta Lünersee Tourismus mitgenutzt. Die Tafamuntbahn ist für „beschränkt öffentlichen Verkehr“ (keine Betriebspflicht, keine Fahrtpflicht) zugelassen. Erste Priorität für diese Bahn hat die betriebliche Nutzung für die Wartung und Störungsbehebung der Wasserkraftanlagen der illwerke vkw. Daher verfügt die Seilbahn nicht nur über Fahrbetriebsmittel zur Personenbeförderung, sondern auch über Lastengehänge, die wechselweise angebracht werden können. Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Tafamuntbahn

Fotos und Text: Arno Huber