Wildhaus – Alp Tesel – Gamplüt

Wildhaus – Alp Tesel – Gamplüt

Bei Hochbewölkung und etwa 6° C Außentemperatur fuhren wir am Donnerstag, 11.12.2025 um 09.00 Uhr mit dem Auto von Feldkirch nach Wildhaus (SG-CH). Wir starteten unsere Winterbergwanderung in Wildhaus beim Parkplatz Chuchitobel 1.096 m. Auf dem schneefreien geteerten Güterweg wanderten wir aufwärts Richtung Boden (1.240 m). Bei Boden machten wir eine kurze Rast, da es doch steil aufwärts ging. Als wir nach Süden blickten, hob sich besonders der Gamsberg (2.385 m) aus der Alviergruppe hervor. Dann wanderten wir auf einem Forstweg, nur mit einzelnen Schneeflecken bedeckt, nach Gamplüt hinauf. Der heutige Flurname Gamplüt stammt aus der rätoromanischen Zeit (campus = Platz, palude = feucht) und bezeichnet das eigentliche Hoch- und Niedermoor auf Gamplüt, welches noch heute vorhanden und geschützt ist. Beim Wegweiser Gamplüt (1.349 m) zweigten wir nach rechts ab. Auf einem schmalen geteerten Sträßchen, auch nur teilweise mit Schnee bedeckt, wanderten wir zur Alp Fros hoch. Bei der Alp Fros (1.440 m) machten wir beim Gipfelkreuz eine kurze Fotopause. Da unsere Wanderung bis zur Alp Fros noch keine „Winterwanderung“ war, entschlossen wir uns in das Teseltal weiter zu wandern. Hier war der Güterweg in Richtung Alp Tesel schneebedeckt. Mächtige Berge umrahmten den Talkessel der beim Mutschensattel (2.069 m) endete. Anbei einige Berg- und Flurnamen in diesem beeindruckenden Talkessel:  Zehespitz 1.958 m, Wildhuser Schofboda, Eggsteilhalde, Triste, Bäretritt, Schnüer. Chüetolle, Hundsbüchel, Gulme 1.998 m, Burstbühl, Alpe Gruebe, Gätterifirst (2.099 m), Chreialpfirst (2.127 m), Mutschensattel 2.069 m und Mutschen (2.122 m). Nach der Eggsteilhalde erblickten wir, linksseitig, auf einer schneefreien Wiesenhalde mit kleinen Felsbrocken durchsetzt, äsende Gämsen. Der klangvolle saarländische Dialekt, vermischt mit dem vorarlbergischen Dialekt, hallte durch das Teseltal. Diese Dialektmischung sahen die Gämsen nicht als Gefahr an, sie blickten nur kurz auf und ästen seelenruhig weiter. Kurz danach erreichten wir die Alp Tesel (1.435 m). Beim akkurat aufgeräumten großen Holzschuppen war auf einem Holztisch ein Zettel mit der Aufschrift „Picknick erlaubt“. So packten wir aus unseren Rucksäcken die Jause aus und aßen, in dieser herrlichen Landschaft, unser Jausenbrot. Direkt hinter der Alp Tesel konnte man, da wenig Schnee vorhanden war, den Bergwanderweg (T2) zur Zwinglipasshütte (1.999 m), sowie den Bergwanderweg (T2) zum Mutschensattell (2.069 m), erkennen. Erstmals erwähnt ist die Alp „Trosen“ in einem Alpreglement aus dem Jahre 1550, welches vermutlich noch aus dem verarmten Kloster (ca. 1540) St. Johann stammt. Nach der Jause wanderten wir auf dem gleichen schneebedeckten Güterweg zurück zur Alp Fros. Eine kurze Pause, um die beeindruckenden Churfirsten zu betrachten. Von links nach rechts: Chäserrugg (2.262 m), Hinterrugg (2.306 m), Schibenstoll (2.234 m), Zuestoll (2.235 m), Brisi (2.279 m) und Selun (2.205 m). Abwärts wandernd erreichten wir bald das Berggasthaus Gamplüt wo uns am Eingang freundlich die Hüttenwirtin Gabriela begrüßte. Nach dem wir Platz genommen hatten und Selbstbedienung angesagt war holten wir unsere Getränke und Kuchen bei Gabrielas Tresen ab. Unsere Wandergruppe unterhielt sich bestens und auch am Nebentisch, man staune, spielten zwei junge Damen nicht mit dem Handy, sondern mit dem in der Schweiz bekannten Murmelspiel Brändi®Dog“. Der Hersteller von „Brändi®Dog“ ist eine soziale Institution im Kanton Luzern (Schweiz). Sie stellt Menschen mit Behinderung Arbeits-, Ausbildungs- und Wohnplätze zur Verfügung. Gabriela war ganz erstaunt über unsere lustige Feldkircher Wandertruppe und begleitete uns zum Ausgang, mit der Bitte wieder bei ihr einzukehren.

Auf dem schmalen geteerten Sträßchen wanderten wir vom Berggasthaus Gamplüt auf der Gamplütstrasse abwärts, bei Buel vorbei und auf der Steinrütistrasse zu unserem Ausgangspunkt dem Parkplatz Chuchitobel. Mit dem PKW fuhren wir von Wildhaus nach Feldkirch.

Wegweisertafeln:
Pos.01.) Chuchitobel 1096 m (START der Wanderung)
Pos.02.) Gamplüt 1349 m

Pos.03.) Tesel 1435 m
Pos.04.) Gamplüt 1349 m
Pos.05.) Rossegg 1347 m
Pos.06.) Chuchitobel 1096 m (ENDE der Wanderung)

Zur Information:
Bergwanderung, min. Höhe 1.088 m, max. Höhe 1.441 m, Distanz 10,4 km, Höhenmeter Anstieg 444 m, Höhenmeter Abstieg 457 m, in Bewegung: 03 h 15 min
251211 V50plus Wildhaus-Alp Tesel-Gamplüt-Wildhaus, BF, 11.12.2025

Text: Arno Huber;
Fotos: Gisela Stein, Maria Speckle, Waltraud Prantl, Arno Huber