Winterwanderung im verschneiten Bregenzerwald zum Jagdhaus Egender
Das vergangene Wochenende war verregnet bzw. verschneit, und auch der Wetterbericht für Anfang der Woche war nicht gerade berauschend. Dennoch hielt das 20 mutige 50plusler nicht davon ab, sich am Aschermittwoch am Kirchplatz Höchst zu treffen, um sich trotz aller Wetterkapriolen die Lust auf frische Kässpätzle nicht entgehen zu lassen. Die Fahrt in den schönen Bregenzerwald verlief problemlos, und geparkt wurde bei der Talstation des Krähenberg-Liftes in Sibratsgfäll. Sogar der Skilift war in Betrieb, und auch einige Skifahrer tummelten sich auf der Piste. Schneeräumfahrzeuge taten ihr Möglichstes, um einen schön geräumten Weg nach Schönenbach zu gewährleisten. Die Schneeschuhe blieben im Auto, aber die Schuhkettele versprachen guten Halt auf dem doch vereisten Weg, und so ging es los durch eine herrlich verschneite Winterlandschaft. Vom Duft frisch gerösteter Zwiebeln und der Bregenzerwälder Käsemischung beflügelt, wurde das Lauftempo der Teilnehmer immer schneller. Dabei kamen doch einige ins Schwitzen und mussten sich trotz der winterlichen Temperaturen ihrer Jacken entledigen. Ein paar Langläufer ließen sich das trockene Wetter ebenfalls nicht entgehen und frönten ihrem Hobby. In knapp zwei Stunden wurde das Jagdhaus schließlich erreicht, und die Vorfreude auf die Kässpätzle erreichte ihren Höhepunkt. Noch etwas Geduld war gefragt, denn unser Fotograf Reinhard wollte unbedingt vor dem Mittagessen ein Foto aller Teilnehmer für das Familienalbum machen. Und er hatte recht: Während die Spätzle genüsslich verzehrt wurden, begann es zu schneien. Der Rückweg musste wohl bei leichtem Schneefall stattfinden. Noch schnell einen Kaffee, bezahlen – und der Aufbruch nahte. Es war einfach herrlich, bei Schneefall eine Winterwanderung zu unternehmen. Das gibt es leider immer seltener. Auf dem Rückweg durften zur Verdauung eine Meisterwurz, eine Blutwurz und eine Engelwurz in Form von „Angesetzten“ nicht fehlen. Kässpätzle liegen bekanntlich oft schwer im Magen. Das Auto wurde alsbald erreicht, die Schneeketten abgestreift, und los ging es Richtung Rheindelta. Einige ließen es sich nicht nehmen, in der Alten Schule in Höchst eine Schlussbesprechung dieser sehr schönen Winterwanderung abzuhalten, bevor es nach Hause ging.
Manfred Leipold
