Das Interesse war groß, als Prim. Dr. Albert Lingg, langjähriger Leiter des Landeskrankenhauses Rankweil, einen ausgezeichneten Vortrag zu diesem Thema im Pfarrheim Wolfurt hielt. Und er klärte gleich zu Beginn auf, dass es einerseits die gewollte, wohltuende Einsamkeit z. B. in der Natur geben kann, um etwas Abstand von einer lauten und hektischen Welt zu gewinnen. Manche Menschen brauchen und schätzen das.

Und dann gibt es andererseits die ungewollte, als Defizit empfundene Einsamkeit, die vielerlei Ursachen haben kann: Plötzlicher Verlust eines lieben Menschen, ein gesundheitliches Gebrechen das die Teilhabe an der Gemeinschaft einschränkt oder verunmöglicht, natürlich auch Altersarmut und abnehmende soziale Kontakte und damit Rückzug. Unter diesen Umständen ist Einsamkeit ein Stressfaktor für den Körper, der das Wohlbefinden empfindlich beeinträchtigen und krank machen kann. Er würde allerdings aufgrund seiner Erfahrungen der Aussage von Prof. Manfred Spitzer, dass Einsamkeit der Todesfaktor Nummer eins sei, nicht zustimmen. Genauso vielfältig wie die Ursachen sind auch die Hilfen gegen Einsamkeit. Es gibt deshalb kein Patentrezept dagegen. Er nannte jedoch Beispiele wie etwa kulturelle Rituale bei Todesfällen, funktionierende Dorfgemeinschaften und Nachbarschaften, positive religiöse Überzeugung. Und wenn jemand trotzdem nicht aus der Einsamkeit heraus findet, sollte der Hausarzt oder ein Psychologe zu Rate gezogen werden.

Im Rahmen der Diskussion wurde Dr. Lingg noch intensiv mit Fragen bestürmt, die er geduldig und für Laien sehr verständlich beantwortete. Mit einem herzlichen Applaus wurde ihm für den interessanten Nachmittag gedankt.

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