„3 Blatt samt Stöck“, Eugen Bawart lacht, wenn er, wie so oft, beim Jassen gute Karten hat. 

Geburtstagfeier 100 Jahre

Geburtstagfeier Eugen Bawart 100 Jahre, BM Karl Wuschitz gratuliert

Geburtstagfeier 100 Jahre

Geburtstagfeier 100 Jahre Eugen Bawart, Dr. Gottfried Feuerstein gratuliert

Geburtstagfeier 100 Jahre

Geburtstagfeier 100 Jahre Eugen Bawart, G. Fuerstein, Reinelde Gut

Geburtstagfeier 100 Jahre in Sulz

Geburtstagfeier 100 Jahre Eugen Bawart in Sulz, Dr. Gottried Feuerstein – Sandra Honeck, geb. Bawart

Allen Grund zur Freude hatten auch Eugen’s Eltern, Johann Christoph und Maria Bawart, als er am 10. Juni 1919 als das zehnte Kind in Sulz geboren wurde. Eugen wuchs in einer Familie auf, die erfüllt war von der Arbeit rund um die Großfamilie und den elterlichen Betrieb, dem Sägewerk. Eugen erinnert sich noch heute gerne an seine Kindheit: wie zum Beispiel das Schifahren mit den Geschwistern am Sulnerberg und in Furx, den Ausflug samt Pferdegespann mit seinem Bruder Albert, welcher für Eugen, den Abenteurer, im Krankenhaus endete, usw.
Eugen war kein begnadeter Schüler. Viel lieber zeigte er sein Talent bei außerschulischen Aktivitäten: Eugen zum Beispiel schaffte es am ersten Tag der Handelsschule in Lustenau eine Katze mit Steinen vom Baum zu schießen, was viele Schulkameraden zuvor nicht geschafft hatten und kassierte dafür gleich am ersten Schultag eine Ermahnung des Professors. Oder er verkaufte Brennholz. Mit diesem Geld hat Eugen das Schulgeld bezahlt und wenn dann noch Geld übrig war, hat er es brav Zuhause bzw. an den elterlichen Betrieb abgeliefert, weil die Kassa Zuhause immer knapp war.
1939, drei Tage vor Kriegsbeginn, musste Eugen zum Militär. Er war als Funker und Beobachter in Deutschland, an der Schweiz-Französischen Grenze Pontalier, in Murmansk ganz im Norden von Russland, in Bulgarien, usw. eingesetzt. Auch während dem Krieg hatte Eugen oft „gute Karten“ bzw. eine ordentliche Portion Schutzengel im Gepäck. In Griechenland zum Beispiel wurde Eugen’s Einheit mit einem Flugzeug von Athen nach Kreta geflogen. Der Plan war über Kreta mit Fallschirm abzuspringen, um den Gegner aus der Luft anzugreifen. Dies wurde zum Glück im letzten Augenblick abgesagt. Am 12. Mai 1945 kehrte Eugen gezeichnet vom Krieg nach Hause zurück.
Eugen half schon während seiner Kindheit und Schulzeit im elterlichen Betrieb mit. Er liebte die Tätigkeiten in der Produktion, aber bemerkte bald, dass sein Augenmerk im Büro notwendiger war. Schon mit 19 Jahren stieg Eugen mit zwei Brüder als Gesellschafter in den Betrieb ein. Und ab ca. 1949 übernahm er die Geschäftsführung.
Obwohl es heißt „Da Nochbura koft ma koa Küah ab“, heiratete Eugen am 23. August 1958 seine Nachbarin und seine geliebte Anna. Die drei Kinder Christoph, Manfred und Maria sind der ganze Stolz von Anna und Eugen – damals wie heute.
Die Führung des eigenen Betriebes und die kleinen und großen Sorgen, die eine Familie mit sich bringt, haben Anna und Eugen stets gemeinsam bewältigt. Eugen pflegt immer zu sagen: „Ohne Anna wär’s in da Firma ned ganga“.
Eugen‘s größter geschäftlicher Meilenstein war wohl der Neubau der Fabrikshallen im Jahre 1961 und die Umwandlung des Sägewerkes in eine Parkettproduktion. Und das obwohl im eigenen Dorf in Sulz bereits eine etablierte Parkettfirma ansässig war. Dieser Umstand erforderte viel Fleiß und Geduld. Trotzdem schaffte er es das Unternehmen mit Qualität und Verlässlichkeit zu einem heute führenden Parkettanbieter in Vorarlberg zu entwickeln. 1984 übergab Eugen den Betrieb an die 5. Generation, an seinen Sohn Christoph.
Trotz dem schmerzhaften Verlust von Anna vor 13 Jahren, hat Eugen nach wie vor Freude am Leben. Wichtig dabei sind ihm die täglichen Spaziergänge mit Galina oder Martha, welche ihm schon jahrelang zur Seite stehen; die Jass-Runden mit seiner Schwägerin Maria und die tägliche Rechnungskontrolle für den Familienbetrieb.
So blickt Eugen heute stolz auf ein langes Leben zurück: er hat das elterliche Sägewerk zu einem erfolgreichen Parkettunternehmen umgewandelt, hat 3 Kinder, 7 Enkelkinder und 3 Urenkel.