Das Thema der Woche

Liebe Seniorenbund-Mitglieder und Freunde!

Wolfgang Mückstein wird als Gesundheits- und Sozialminister zu einer zentralen Figur in der Corona-Krise. An seinem ersten Arbeitstag möchte ich ihm deshalb nicht nur gute Wünsche mit auf den Weg geben, sondern auch klarstellen, wo ich mir besondere Tatkraft von ihm erwarte:

  • Der Grüne Pass muss bis Ende Juni 2021 fertiggestellt werden, damit die Seniorinnen und Senioren das Ticket zurück in ein normaleres Leben erhalten.
  • Es müssen endlich wieder tägliche Besuche in den Alten- und Pflegeheimen möglich sein.
  • Die Pflegereform wird neben der Corona-Krise die zweite große Herausforderung sein: Der Ausbau mobiler Pflegedienste, die Entlastung pflegender Angehöriger, eine Personaloffensive, mehr Berücksichtigung von Demenz beim Pflegegeld und eine Finanzierung aus einer Hand sind das Gebot der Stunde.
In dieser herausfordernden Zeit ist es wichtig, nicht nur Forderungen zu stellen, sondern auch gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Ich reiche Minister Mückstein die Hand für eine konstruktive Zusammenarbeit, der ich mit großen Erwartungen entgegensehe. Ihre Ingrid Korosec

 

 

Das Thema der Woche: „Dialogforum Sterbehilfe“

Vergangene Woche ist das „Dialogforum Sterbehilfe“ zu Ende gegangen, welches über eine verfassungskonforme Regelung für assistierten Suizid beraten hat. Als Präsidentin des Seniorenrates habe ich in diesem Forum im Sinne der Seniorinnen und Senioren ein klares und wirksames Schutzkonzept gegen den Missbrauch des assistierten Suizids gefordert.

Sonst wird der Druck auf Ältere, Schwerkranke, Pflegebedürftige sowie Menschen mit Behinderung stark steigen. Unter keinen Umständen sollen sich diese Menschen dafür rechtfertigen müssen, dass sie weiterleben wollen und daher die Möglichkeiten des assistierten Suizids nicht in Anspruch nehmen. Es darf zu keiner Kostendebatte über den Wert des Lebens kommen! Der Schutz der Schwächsten unserer Gesellschaft muss oberste Priorität haben!
Die Forderungen des Seniorenrats im Überblick:
  • Der freie und dauerhafte Wille muss abgesichert sein! Deswegen sollen ausschließlich volljährige und vollständig entscheidungsfähige Personen, welche an einer unheilbaren Krankheit leiden, die in absehbarer Zeit zum Tod führt, assistierten Suizid in Anspruch nehmen dürfen.
  • Kein assistierter Suizid für Kinder, Jugendliche, und psychisch Erkrankte!Auch Demenzkranke, die nicht mehr selbst entscheiden können, müssen vom assistierten Suizid ausgenommen werden!
  • Der Sterbewunsch muss von mindestens zwei Ärzten und ohne Einflussnahme Dritter bestätigt werden.
  • Verpflichtende Aufklärung über Alternativen zur Sterbeassistenz und Bedenkzeit.
  • Verbot gewerbsmäßiger Suizidbeihilfe. Das beinhaltet ein Werbeverbot, Verbot der Gewinnorientierung sowie eine Begrenzung der geleisteten Suizidassistenzen für Vereine. Sterben darf kein Geschäftsmodell werden!
  • Rechtsanspruch auf Hospiz- und Palliativbehandlung. Damit verbunden ist auch ein Ausbau des Angebots. Studien belegen klar: Ein gutes Hospiz- und Palliativwesen lässt die meisten Menschen von ihrem vorzeitigen Sterbewunsch abkommen!

Vor allem der Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung ist wichtig, denn den meisten Menschen geht es nicht ums Sterben, sondern darum, nicht leiden zu müssen. Wir müssen alles tun, um Missbrauch des assistierten Suizids zu verhindern und den Menschen einen würdevollen Abschied zu ermöglichen – und zwar an der Hand, nicht durch die Hand eines anderen!

 

 

Die Negativsteuer & Altersdiskriminierung bei Banken!

Negativsteuer bezeichnet eine steuerliche Gutschrift. Die Negativsteuer wird auch SV-Rückerstattung oder Sozialversicherungserstattung genannt. Sie steht Arbeitnehmern zu, wenn sie durch ihr niedriges Einkommen keine Lohnsteuer bezahlen müssen. Die Negativsteuer umfasst eine Rückerstattung von 50 % der Sozialversicherungsbeiträge (höchstens 400 Euro). Auch Pensionisten haben Anspruch darauf.

  • Einen Anspruch haben jetzt auch alle Pensionisten mit nicht lohnsteuerpflichtigen Einkünften unter 1.111,71 Euro brutto im Monat, die keine Ausgleichszulage bekommen. Jene Gutschrift der Negativsteuer wird stets für das vorherige Jahr vom Finanzamt im Nachhinein ausbezahlt.
  • Die Negativsteuer wird nur einmal im Jahr ausbezahlt und beträgt höchstens 110 Euro. Im Jahr 2020 erfolgt die Auszahlung automatisch.

Es gibt eine weitere Änderung ab dem Veranlagungsjahr 2015 im Zusammenhang mit Pensionisten. Diese können nämlich nun auch von der Negativsteuer profitieren. Sie erhalten für das Jahr 2015 eine Gutschrift von 20% der Werbungskosten – der maximale Betrag, der rückerstattet wird, beläuft sich auf 55 Euro. Ab dem Veranlagungsjahr 2016 würde die Rückerstattung von 20 auf 50% erhöht, der Maximal-Gutschrift-Betrag beträgt nun 110 Euro pro Jahr.

Wer kann Negativsteuer beantragen?
ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen, die so wenig verdienen, dass sie keine Lohnsteuer zahlen (unter ca. € 1.300 brutto/Monat), können sich vom Finanzamt die Negativsteuer zurückholen. Voraussetzung ist, dass sie Sozialversicherung zahlen.

 

Antrag stellen ist wichtig!

Wenn ein Kalenderjahr abläuft, kann man die Negativsteuer rückwirkend beantragen. Diese Frist läuft aber nach spätestens fünf Jahren ab. Das heißt, dass man 2021 die Negativsteuer in einem formlosen Schreiben an das Finanzamt für die Jahre ab 2016 anfordern kann.

Hier geht es zur Seite vom Finanzamt mit dem Brutto-Netto Rechner: Hier anklicken!

Der Seniorenbund bietet eine flexible Beratung für Mitglieder, die unterhalb der Steuerfreigrenze liegen an. Der Seniorenbund steht seinen Mitgliedern mit Rat und Tat mit seinem Beratungsteam unter 05572 22548 von Mo – Fr von 8 – 12 Uhr oder unter der E-Mail Adresse: office@mitdabei.at gerne zur Verfügung!

 


Helfen Sie mit, Altersdiskriminierung bei Banken zu bekämpfen!

Sie wurden von Ihrer Bank diskriminiert? Wenden Sie sich an uns!

Wir Seniorinnen und Senioren nehmen Altersdiskriminierung durch Banken nicht mehr länger hin! Wenn Sie betroffen sind, schreiben Sie uns Ihren Fall. Wir wenden uns direkt an den an Bankenverband und sorgen für Aufklärung!

ÖSTERREICHISCHER SENIORENBUND
Lichtenfelsgasse 7, 1010 Wien | Tel.: 01 / 40 126-431 | bundesorg@seniorenbund.at