Seniorenbund Aktuell

ÖSB Präsidentin Ingrid Korosec: Bundesregierung macht mit Eine-Milliarde-Euro-Paket bei Pflegereform Nägel mit Köpfen!

Seniorenbund-Präsidentin: Seniorinnen und Senioren werden sich als Sozialpartner intensiv in Umsetzung einbringen.

Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec begrüßt das von der Bundesregierung heute vorgestellte Paket zur Pflegereform. „Nach mehr als zehn Jahren der Diskussion macht die Bundesregierung jetzt Nägel mit Köpfen und liefert ein breites Paket, das mit Reformmaßnahmen bei den wichtigsten Säulen der Pflege ansetzt. Johannes Rauch ist der achte Sozialminister, von dem ich den großen Wurf bei der Pflege gefordert habe und ich bin froh, dass er, statt eine weitere Arbeitsgruppe einzusetzen, die Reformumsetzung für dieses bestimmende Zukunftsthema jetzt startet“, sagt sie.

Mit der Ausbildungsoffensive sowie den Verbesserungen für bestehende Pflegekräfte nehme sich die Bundesregierung dem dringendsten Thema an, so Korosec. „Bis 2030 fehlen uns mindestens 76.000 zusätzliche Pflegekräfte und das bestehende Pflegepersonal ist am Limit.“Besonders erfreut zeigt sie sich in diesem Zusammenhang über die Einführung der Pflegelehre und sieht damit eine langjährige Forderung erfüllt. „Damit können wir junge, interessierte Menschen gleich nach der Pflichtschule für den Pflegeberuf gewinnen, bevor wir sie an andere Branchen verlieren“, so Korosec.

„Mit den monatlichen Gehaltsboni für Auszubildende und Pflegekräfte, den erweiterten Um- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie derzusätzlichen Entlastungswoche wird das Berufsbild entscheidend aufgewertet und die Arbeitsbedingungen verbessert“, erklärt Korosec weiter. Sie begrüßt auch die Ausweitung der Kompetenz in der Pflege- und Pflegefachassistenz.

Pflegende Angehörige werden entscheidend entlastet

Wichtige Erleichterungen sieht Ingrid Korosec auch für die 950.000 pflegenden Angehörigen, die eine große und zentrale Gruppe in der Betreuung darstellen. Die Seniorenbund-Präsidentin sieht gleich mehrere ihrer jahrelangen Forderungen umgesetzt, allen voran die Erhöhung des Pflegegeldes bei Demenz und schweren psychischen Behinderungen. „Das Pflegegeld war bisher viel zu stark auf die körperliche Gesundheit ausgerichtet. Mit der stärkeren Berücksichtigung demenzieller Erkrankungen schafft die Bundesregierung eine wichtige Unterstützung“, so Korosec. Ebenso sieht sie die Ausweitung des Rechtsanspruchs auf Pflegekarenz auf drei Monate, den Angehörigenbonus von 1.500 Euro und die angekündigten Verbesserungen bei der 24-Stunden-Betreuung als wichtige Schritte für eine nachhaltige Entlastung pflegender Angehöriger.

„Mit diesem ersten großen Pflegepaket entlastet die Bundesregierung jene Menschen, deren Einsatz Pflegebedürftigen ein würdevolles Leben ermöglicht. Ich sehe diesen Maßnamenkatalog als Start einer umfassenden Pflegereform, die auch eine nachhaltige Finanzierung und den Ausbau der mobilen Dienste mit einschließen wird. Die Seniorinnen und Senioren werden sich als Sozialpartner intensiv in die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung einbringen“, ist Korosec abschließend überzeugt.

Weitere Informationen als PDF:

Österreichischer Seniorenbund – Bundesregierung macht Nägel mit Köpfen: mehr

ÖVP Parlamentsklub: mehr

Bundesministerium für Soziales – Medieninformation: mehr

Bundesministerium für Soziales – Die 20 Maßnahmen im Überblick: mehr

ORF – Die Eckpunkte des Pflegepakets: mehr


DAS THEMA DER WOCHE!

Aktuell Presseartikel zum Thema in der Krone: “Teuerungsabelung ist erster Schritt” – hier anklicken zum Artikel ….

Aktuell Presseartikel zum Thema in der Presse: “Nicht nur die Nullzinsen belasten ältere Menschen” – hier anklicken zum Artikel ….


Der Österreichische Seniorenbund mit Präsidentin Ingrid Korosec und Landesobmann aBgm. aLAbg Werner Huber fordern: Wir brauchen Entlastung für ALLE 2,4 Millionen Seniorinnen und Senioren

PDF zum herunterladen: hier anklicken

Seniorenbund-Präsidentin: Teuerung betrifft nicht nur Ausgleichszulagenbezieher. Unterstützungen bei Energie, Nahrungsmitteln und Mobilität helfen allen Menschen.

Krieg und Pandemie treiben die Inflation immer weiter. Im Februar lag sie bei 5,9 Prozent, Experten von Raiffeisen Research rechnen mit durchschnittlich 6,5 Prozent Inflation für 2022. „Das ist die größte Inflation seit rund 40 Jahren“, betont Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec und pocht auch rasche Entlastungen für alle 2,4 Millionen Seniorinnen und Senioren.

Zwar begrüßt sie die bisherigen Entlastungen von 4 Milliarden Euro. Besonders Bezieherinnen und Bezieher einer Ausgleichszulage wurden bereits mit bis zu 1100 Euro für 2022 entlastet. Das ist wichtig und war zum Zeitpunkt der Verhandlungen (bis Ende Jänner) auch ein Erfolg. Beim vergangenen Sonntag präsentierten Entlastungspaket wurde jedoch auf 2,4 Millionen Seniorinnen und Senioren vergessen. Sie finden lediglich bei der Senkung der Erdgas- und Elektrizitätsabgabe Berücksichtigung. „Das sind gerade einmal 7 Euro im Monat“, rechnet Korosec vor.

Auto ist für viele Senioren am Land eine Notwendigkeit!

„Besonders im Bereich Mobilität darf man nicht darauf vergessen, dass viele Seniorinnen und Senioren, besonders am Land, auf das Auto angewiesen sind“, erklärt Korosec. In vielen Regionen sind öffentliche Verkehrsmittel wegen schlechter Anbindung und mangelnder Barrierefreiheit keine Alternative. Supermärkte, Apotheken, niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser sind oft weit entfernt. „Der Wocheneinkauf, Heimbesuch oder Kontrolltermin beim Arzt wird für viele so zu einer Tagesreise“, gibt Korosec zu bedenken.

„Das alles macht das eigene Auto für Seniorinnen und Senioren zur Notwendigkeit! Und dem muss Rechnung getragen werden – besonders, wenn Öffis keine gangbare Alternative darstellen!“, so Korosec.

Gesamtpaket gegen die Teuerung schnüren!

Weitere Maßnahmen am Teuerungsgipfel am Mittwoch sind deswegen für Ingrid Korosec deshalb das Gebot der Stunde. Zu den möglichen Stellhebeln gehören auch eine zeitlich befristete Senkung der Mineralölsteuer, eine zeitlich befristete Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel sowie eine Erhöhung der Pensionistenabsetzbeträge (Details siehe unten)

„Diese Maßnahmen entlasten nicht nur 2,4 Millionen Seniorinnen und Senioren, sondern auch Geringverdiener, Alleinerziehende und Familien. Damit kann die Bundesregierung ein umfassendes, faires und treffsicheres Gesamtpaket schnüren, das nicht nur uns Seniorinnen und Senioren, sondern auch unsere Kinder und Enkelkinder entlastet!“, sagt die Seniorenbund-Präsidentin.

Die Forderungen des Österreichischen Seniorenbundes im Detail:

  • zeitlich befristete Senkung von Steuern im Bereich der Energie, wie die Senkungen der Mineralölsteuer um die Hälfte. Die Mineralölsteuer (MöSt) wird pro Liter Diesel oder Benzin bezahlt und beträgt für Diesel 39,7 Cent und für Benzin bei 48,2 Cent. Dazu kommen noch 20 % Umsatzsteuer.

Beispiel Diesel:

Gesamtpreis (ohne Co2-Preis):                                             2,000 Euro

Umsatzsteuer auf Nettopreis und Mineralölsteuer           0,333 Euro

Mineralölsteuer                                                                         0,397 Euro

Nettopreis Diesel:                                                                  1,270 Euro,

Senkung um der Mineralölsteuer um die Hälfte: 0,20 Euro + 0,04 Euro (Mehrwertsteuer) = 0,24 Euro Entlastung.

  • zeitlich befristete Senkung der Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel, die von der Teuerung besonders stark betroffen sind von 10% auf 5%
  • eine Erhöhung der Pensionistenabsetzbeträge und die Aufhebung der Einschleifregelungen

Der (allgemeine) Pensionistenabsetzbetrag beträgt bis zu 825 Euro. Er wird automatisch von der Pensionsversicherung  berücksichtigt und reduziert die Steuerbelastung.

Zwischen 17.500 und 25.500 Euro kommt es zu einer Einschleifung auf Null, d.h. dass Pensionen über 25.500 Euro keinen Pensionistenabsetzbetrag mehr bekommen.

Wir wollen einerseits eine Erhöhung diese Absetzbetrages auf 1.500 Euro und andererseits eine Aufhebung der Einschleifregelung, wodurch alle Pensionistinnen und Pensionisten diesen Absetzbetrag in voll Höhe angerechnet bekommen würde.

Dies bedeutet eine steuerliche Entlastung von 675 Euro im Jahr bzw. 56,25 Euro pro Monat, die sofort wirksam wird.

Weiters gibt es noch den besonderen Pensionistenabsetzbetrag (Ersatz für den Alleinverdienerabsetzbetrag für Pensionisten) von bis zu 1.214 Euro. Auch hier wollen wir eine Erhöhung auf 1.900 Euro sowie Streichung der Einschleifregelung (derzeit 19.930 Euro bis 25.250 Euro), womit ebenfalls alle Pensionsbezieherinnen und Pensionsbezieher den Absetzbetrag in voller Höhe erhalten würden.

Dies bedeutet eine steuerliche Entlastung von 686 Euro im Jahr bzw. 57,20 Euro pro Monat, die sofort wirksam wird.


Altersdiskriminierung bei Banken muss ein Ende haben! – Das Thema der Woche

Erst gestern hat mich eine Nachricht erreicht, dass ein großes Versicherungsunternehmen die Tarife für die KFZ-Versicherung für Über-70-Jährige um 30 Prozent erhöht. Argumentiert wird das mit der angeblich höheren Unfallrate bei älteren Menschen – wider die Realität, wie die Statistik Austria beweist.

Dass Seniorinnen und Senioren nicht nur in Österreich mit Diskriminierung konfrontiert sind, zeigt ein Beispiel aus Spanien. Dort hat die Kampagne „Ich bin alt, aber kein Idiot!“ mit Protesten gegen unverständliche Banken-Apps und seniorenunfreundliche Öffnungszeiten für Aufsehen gesorgt. Diese Kampagne spiegelt unseren Leitspruch wieder: „Wir sind nicht alt, klapprig, krank – wir sind aktiv, erfahren, engagiert!“

Denn wir Seniorinnen und Senioren haben heutzutage zwanzig gewonnene Jahre, die wir nicht nur aktiv leben, sondern auch erleben wollen. Wir sind ein großer Wirtschaftsfaktor und wichtiger Teil der Gesellschaft. Wenn ich mir jedoch ansehe, wie mit der älteren Generation umgegangen wird, kann ich oft nur den Kopf schütteln und muss mir einige Fragen stellen:

  • Warum soll eine 80-jährige Frau mit Sicherheiten nicht einen Kredit aufnehmen können?
  • Warum muss jemand, der einen Treppenlift braucht, sein Haus verkaufen und in ein Heim ziehen, weil er keinen Kredit bekommt?
  • Warum kann die Bank ohne Einwilligung oder Ankündigung den Kreditrahmen aufgrund des Alters kürzen?
  • Warum kann die Bank einem langjährigen Kunden einfach die Bankomat- oder Kreditkarte aufgrund des Alters entziehen?
  • Banken und Versicherungen verstecken sich hinter dem Begriff „Risikoabwägung“. Dabei ist das, was diese Institute tun, offensichtliche Altersdiskriminierung – und das müssen wir klar benennen und dagegen auftreten!

Banken und Versicherungen verstecken sich hinter dem Begriff „Risikoabwägung“. Dabei ist das, was diese Institute tun, offensichtliche Altersdiskriminierung – und das müssen wir klar benennen und dagegen auftreten!

Es ist höchste Zeit, den Diskriminierungsschutz für ältere Menschen auszuweiten!Diesen gibt es aktuell nur in der Arbeitswelt, nicht aber in anderen wichtigen Lebensbereichen, wie etwa bei Bankgeschäften und Versicherungen.

In Deutschland gibt es bereits eine Verordnung, die Altersdiskriminierung bei Bank- und Versicherungsgeschäften unterbindet. Wieso ist das in Österreich nicht möglich? Ich stehe dazu bereits in Gesprächen mit Justizministerin Alma Zadic, die mir auch ihre Bereitschaft für Änderungen signalisiert hat. Denn einerseits wollen wir, dass die Menschen so lange wie möglich aktiv und gesund sind, andererseits legen wir ihnen durch Versäumnisse in der Gesetzgebung Steine in den Weg. Eine Ausweitung ist überfällig!

Analoge Angebote müssen parallel bestehen bleiben!

Unverständliche Apps oder zu kurze Banköffnungszeiten sind nur Symptome eines viel tiefer liegenden Problems. Es gibt beispielsweise immer weniger Bankfilialen in Österreich. Innerhalb von 20 Jahren gingen österreichweit 1.000 Standorte verloren, es gibt im ganzen Land noch knapp 4.1000 Filialen. Dazu gehören aber auch viele Selbstbedienungseinrichtungen ohne menschliche Ansprechpartner.

 

Auf die Bedürfnisse älterer Menschen wird einfach nicht ausreichend Rücksicht genommen. Dabei sind wir Seniorinnen und Senioren alles andere als „Idioten“. Die aktuelle Generation 60+ ist aber nicht mit dem Internet aufgewachsen, sie sind also „Digital Immigrants“. Erst die Menschen, die in etwa 15 Jahren in Pension gehen, werden sich ganz selbstverständlich in der digitalen Welt zurechtfinden können.

Das bedeutet: Es müssen in diesem Zeitraum sowohl digitale als auch analoge Angebote parallel und für alle gleich zugänglich bestehen bleiben!

Speziell für Banken bedeutet das, dass sie auf ein Kundenservice bzw. auf ein Filial-Management setzen müssen, welches den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden Rechnung trägt und wo Alternativen zum Zusperren angedacht werden – und dafür werde ich mich auch weiterhin einsetzen!

Mit den besten Grüßen,

Ihre Ingrid Korosec


 

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Seniors do Piloxing at the fitness center

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